Gran Canaria: Europas Einfallstor für Rauschgift


Gran Canaria / 4 Jahre Haft wegen 712 Kilo Haschisch in 27 Ballen

Gran Canaria sei so etwas wie „die Rückhaltemauer“ gegen die Drogenmafia, erklärt das Innenministerium der kanarischen Regierung und lobt die „erfolgreiche Arbeit“ der Polizei. In der Tat vergeht kein Tag, an dem in den TV-Nachrichten nicht über einen neuen spektakulären Schmuggelfall berichtet wird.

Die Mafia nutzt viele Tricks, um ihre heiße Ware nach Europa zu bringen, aber der wichtigste Weg führt übers Meer: So werden zum Beispiel Kokainpakete oft in Kolumbien, das zusammen mit Peru und Bolivien zu den weltgrößten Kokainproduzenten zählt, in Frachtcontainern versteckt und über Las Palmas zur Mittelmeerstadt Valencia oder auch nach Barcelona verschifft.

Hochmotorisierte Schnellboote transportieren derweil im Schutz der Nacht von der marokkanischen Küste aus tonnenweise Haschisch zu südkanarischen Stränden. Marokko gilt als größtes Anbaugebiet der Cannabispflanze, aus welcher Haschisch gewonnen wird.

Die Drogenmafia lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen, wie dieser Bericht beweist:

Vor 2 Jahren: Die Policia National hat auf dem Flughafen von Gran Canaria in einer Privatmaschine mehr als eine Tonne Kokain sichergestellt. Rauschgiftfahnder von der Regierung in Venezuela hatten eine Warnung erhalten, dass ein Flugzeug ohne Starterlaubnis aus dem lateinamerikanischen Land in Richtung Las Palmas abgeflogen sei. Das Flugzeug sei in der Nacht zum Sonntag ohne Erlaubnis von Valencia im Zentrum Venezuelas abgeflogen, obwohl der Flughafen Arturo Michelena geschlossen gewesen sei, teilte der Minister mit. In Venezuela seien wegen dieser Aktion 28 Verdächtige dingfest gemacht worden. Venezuela legte den Beteiligten die Entführung und den Diebstahl eines Flugzeugs zur Last.

Die Policia National auf Gran Canaria nahm daraufhin die Besatzungsmitglieder der Maschine fes, 2 Deutsche Piloten und eine Stewardess aus Österreich. Das Rauschgift war als humanitäre Hilfe getarnt gewesen. Die Verpackung trug das Emblem einer Hilfsorganisation.