Kanaren: Piraterie-Vorwurf gegen Greenpeace-Aktivistin


Kanaren: Piraterie-Vorwurf gegen Greenpeace-Aktivistin
Kanaren: Piraterie-Vorwurf gegen Greenpeace-Aktivistin

Durch die Umweltschutzorganistion Greenpeace wurden die Bewohner der Kanaren im Kampf gegen den Mineralölkonzern Repsol welcher von der Zentralregierung aus Spanien die Genehmigung erhalten hatte vor den Kanarischen Inseln Lanzarote und Fuerteventura Öl-Probebohrungen durchzuführen unterstützt.

Vom Opfer zum Täter

Nur kurz nachdem das gecharterte Bohrschiff des Mineralölkonzerns Repsol die Rowan Renaissance mit vier weiteren Schiffen die Gewässer 54 km vor Fuerteventura sowie 62 km vor Lanzarote erreicht hatte gab es bereits den ersten Zwischenfall. Am 17. November 2014 gegen 7.00 Uhr starteten von der Arctic Sunrise drei Schlauchboote in Richtung Rowan Renaissance um ihren Protest gegen dieses Vorhaben »friedlich« zu bekunden. Dabei wurden diese in der Sperrzone von zwei Booten der Marine wiederholt gerammt, wobei sich eine 24-Jährige Aktivisten ernsthafte Verletzungen zugezogen hat und nur kurze Zeit später mit dem Rettungshubschrauber ins Doktor Negrin Krankenhaus nach Las Palmas geflogen werden musste.

Greenpeace legt Beschwerde ein – Arctic Sunrise wird beschlagnahmt

Arctic Sunrise
Arctic Sunrise

Das Schiff der Umweltschutzorganisation Greenpeace die Arctic Sunrise wurde daraufhin als Vorsichtsmaßnahme nach Einleitung von Ermittlungen gegen den Kapitän des Schiffes, Joel David Stewart, wegen eines angeblichen Verstoßes „Nichtbeachtung einer Sperrzone für Schiffsverkehr“ durch spanische Behörden im Hafen von Arrecife (Lanzarote) beschlagnahmt. Die spanische Regierung, welche später eine Kaution in Höhe von 50.000 Euro forderte, hatte Greenpeace vorgeworfen die Rowan Renaissance das Bohrschiff des Mineralölkonzerns Repsol entern zu wollen.

Kein Öl vor den Küsten der Kanaren

Nachdem Repsol später dann die Probebohrungen ergebnislos eingestellt hat und das Bohrschiff in Richtung Angola beorderte, forderte der damalige Präsident der Kanarischen Inseln, Paulino Rivero, von der spanischen Regierung, die erteilte Genehmigung für den Mineralölkonzern Repsol zur Durchführung weiterer Bohrungen vor Lanzarote und Fuerteventura zu löschen. Ganz anders dachte der spanische Industrieminister, José Manuel Soria und forderte den Ölkonzern Repsol nach Bekanntgabe des Abzuges auf ihren Vertragsverpflichtungen nachzukommen, und drohte mit einer Vertragsstrafe in Höhe von 20 Millionen Euro.

Acht Monate später

Ganze acht Monate nach diesen Ereignissen wirft der Staatsanwalt in einer gestrigen Anhörung der Greenpeace-Aktivistin „Piraterie“ vor welches mit Haftstrafe von einem bis zu drei Jahren geahndet wird. Greenpeace weist weiterhin daraufhin, dass derzeit noch mehrere Beschwerden gegen dieses Vorhaben der spanischen Marine in Brüssel anhängig sind.