Kanaren / Verräter, du hast die Kanaren verkauft


Kanaren / Verräter, du hast die Kanaren verkauft
Kanaren / Verräter, du hast die Kanaren verkauft

Die Bewohner der Kanaren sind erbost, die dortige Regierung fürchtet um den Tourismus. Spaniens Oberster Gerichtshof könnte diese Woche entscheiden.Jedes Jahr zur gleichen Zeit tourt Spaniens Industrie und Tourismusminister José Manuel Soria entlang der spanischen Küsten und verteilt die begehrten blauen Fahnen, die für saubere Strände und gute Wasserqualität stehen. Doch diesmal und das ausgerechnet in Telde, dem Geburtsort von (José Manuel Soria) auf Gran Canaria, erwartete den Minister in der vergangenen Woche eine Lärmdemo mit Trillerpfeifen und Kochtöpfen. “Verräter, du hast die Kanaren verkauft“, riefen die Demonstranten. Und: “Nein zu den Öl-Bohrungen.”

Die Kanarios sind erbost darüber, dass ausgerechnet ihr Landsmann und das Ministerium, dem er vorsteht, dem spanischen Ölgiganten Repsol die Erlaubnis erteilt haben, in den Gewässern vor den Kanarischen Inseln nach Öl zu suchen.Die Regierung geht davon aus, dass sich vor den Kanaren riesige Ölvorkommen befinden. Die vermuteten Ölfelder konzentrieren sich vor allem auf die Gebiete vor Lanzarote und Fuerteventura. Dort sollen laut Schätzungen von Repsol 900 Millionen bis eine Milliarde Tonnen Rohöl liegen wenn nicht gar mehr. Jeden Tag könnten bis zu 150.000 Barrel Öl gefördert werden. Damit würde man etwa zehn Prozent des spanischen Bedarfs abdecken, und das Land wäre weniger von teuren Rohölimporten abhängig.”Wir geben 100 Millionen Euro am Tag für Erdölimporte aus, das is

t die Achillesferse unserer Zahlungsbilanz”, heißt es in einer internen Studie des Wirtschaftsministeriums. Im vergangenen Jahr musste Spanien 99,7 Prozent seines Erdölbedarfs einführen, mit den Ölvorkommen auf den Kanaren könnte man die Rechnung in den nächsten 20 Jahren um 30 Milliarden Euro senken, so die Experten.