El Hierro beschäftigt sich mit Sturmwarnungen, neuen Industrieflächen in La Frontera und dem Rettungsplan für die Rieseneidechse. Weitere Entwicklungen prägen die Insel aktuell.
Windalarm und Sturmvorwarnung für El Hierro
Die Kanaren-Regierung hat für El Hierro Windalarm und eine Sturmvorwarnung ausgerufen. Die Notfalldirektion stützte sich auf Daten der staatlichen Wetteragentur AEMET und den Notfallplan PEFMA, weil eine isolierte Kaltfront instabile Bedingungen brachte.
Am Mittwoch wehten Westwinde mit Böen bis 70 km/h, am Donnerstag sollte der Wind auf Südwest drehen und sich mit Böen von mehr als 90 km/h verstärken. Besonders betroffen waren laut Prognose die Höhenlagen von El Golfo und die Umgebung von El Pinar. Zudem drohten Regen, Gewitter und hohe Wellen.
Neue Industrieflächen in La Frontera genehmigt
Die Inselverwaltung hat die Änderung des Generalplans von La Frontera für das Industriegebiet El Matorral genehmigt. Nach der Veröffentlichung im Boletín Oficial de Canarias ratifizierte sie die Maßnahme und schuf damit neue Flächen für wirtschaftliche Aktivitäten auf El Hierro.
Das Gebiet umfasst 84.186 Quadratmeter, größtenteils im Besitz der Verwaltung, und gilt im Insularen Plan als Zone für vor allem agroindustrielle Nutzungen. Bauressortleiterin Ana González nannte das Vorhaben strategisch. Vorgesehen sind Parzellen ab 350 Quadratmetern, Gebäude bis neun Meter Höhe und vor Baubeginn die Verlegung einer illegalen Deponie.
Rettungsplan für die Rieseneidechse von El Hierro
Die Kanaren-Regierung hat einen neuen Plan zur Rettung der Rieseneidechse von El Hierro beschlossen. Die Umweltbehörde stufte die endemische Art als vom Aussterben bedroht ein, weil ihr Bestand stark zurückgegangen war. Sie lebt heute vor allem in den Riscos de Tibataje.
Der Plan umfasst 1.991.187 Euro und läuft über fünf Jahre, anschließend soll eine Bewertung folgen. Vorgesehen sind Kooperationen zwischen Behörden, die Stärkung von Zuchtprogrammen, neue Populationen, wissenschaftliche Studien sowie Aufklärung für Einheimische und Touristen. Der Inselrat setzt die Maßnahmen um.
Rettungsdienst an Badezonen für 2026 ausgeschrieben
Der Stadtrat von Valverde hat die Ausschreibung für Prävention, Überwachung und Rettung in den Badebereichen für 2026 veröffentlicht. Das Budget liegt bei 71.972 Euro. Der Dienst soll vom 1. Juli bis 30. September in La Caleta, El Tamaduste, Puerto de La Estaca, Charco Manso und Timijiraque laufen.
Bürgermeister Carlos Brito erklärte, die Ausschreibung sichere einen wesentlichen Sommerdienst für Einwohner und Gäste. Erstmals soll der Rettungsdienst in allen Badezonen täglich von 12.00 bis 19.00 Uhr verfügbar sein. Angebote können bis 30. März über die Plattform für öffentliche Aufträge eingereicht werden.
Protest gegen mögliche Übergabe der Krippe in Valverde
Eltern der Kinderkrippe in Valverde haben ihren Unmut über eine mögliche Übergabe an die Kanaren-Regierung geäußert. Sie befürchten Einschnitte bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, weil die Einrichtung dann dem Schulkalender folgen und in Ferienzeiten schließen könnte.
Die Familien erklärten, sie hätten am 25. Februar 2026 über das Portal der Stadt Informationen zur möglichen Schließung der 2- bis 3-Jährigen-Klasse 2026 bis 2027 angefordert und um ein Treffen gebeten. Das Sozialamt habe am 2. März nur mitgeteilt, die Krippe bleibe bis 31. Juli 2026 geöffnet. Zudem verwiesen die Eltern auf fehlende Alternativen im Ort.
Erdbeben der Stärke 2,6 nördlich von Valverde
Das Instituto Geográfico Nacional hat ein Erdbeben der Stärke 2,6 auf El Hierro registriert. Das Beben ereignete sich am Dienstag um 06.19 Uhr nördlich der Gemeinde Valverde in Küstennähe. Das Epizentrum lag in 23 Kilometern Tiefe.
Die Messung erfolgte mit der Skala mbLg für lokale Beben geringer Stärke. Nach den vorliegenden Informationen nahm die Bevölkerung die Erschütterung nicht wahr, Schäden wurden nicht gemeldet. Solche Ereignisse treten im Umfeld der Kanarischen Inseln wegen ihres vulkanischen Ursprungs relativ häufig auf.
Kinder und Jugendliche in neues Kanaren-Gesetz eingebunden
Der Stadtrat von La Frontera hat ein Treffen des Kinder- und Jugendbeteiligungsgremiums OPIA im Espacio Joven abgehalten. 20 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 14 Jahren brachten am Samstag ihre Ideen für ein neues Gesetz für Kinder und Jugendliche auf den Kanarischen Inseln ein.
Bürgermeister Pablo Rodríguez Cejas betonte die Bedeutung solcher Beteiligungsräume. Die Stadträtin für Soziales, Jugend und Gleichstellung, Rocío Armas Morales, lobte die Beiträge. Die Gruppe schlug unter anderem mehr Verkehrssicherheit, Maßnahmen gegen Mobbing, verantwortungsvolleren Umgang mit Mobilgeräten sowie mehr Freizeitangebote im Freien vor.
Goldmedaillen für Weine von El Hierro bei internationalem Wettbewerb
Weine von El Hierro haben beim Mondial des Vins Extrêmes Goldmedaillen gewonnen. Ausgezeichnet wurden 7 Marías 2023 der Bodega El Mirador de Adra sowie Vijariego Tinto Elysar 2024 von Explotaciones Elysar. Die Preisverleihung fand in der Casa del Vino in El Sauzal auf Teneriffa statt.
Der Archipel erhielt insgesamt 91 Auszeichnungen, darunter 85 Medaillen und sechs besondere Ehrungen. Landwirtschaftsminister Narvay Quintero erklärte, die Erfolge spiegelten Talent und Einsatz der Winzer wider, die unter extremen Bedingungen der heroischen Weinbaukunst hochwertige Weine erzeugten.
PP-Fraktion fordert ausstehende POSEI-Zahlungen
Der Grupo Parlamentario Popular hat in der Kommission für Insularität eine Initiative durchgesetzt, die ausstehende POSEI-Zahlungen an den kanarischen Agrarsektor verlangt. Die herreña Abgeordnete Ainhoa Molina forderte die sofortige Auszahlung von 24,9 Millionen Euro für 2022 bis 2024.
Sie verlangte zudem, dass der Staat die Kanaren-Regierung für 16,4 Millionen Euro entschädigt, die diese vorab gezahlt hatte. Molina verwies auf Verpflichtungen aus dem Régimen Económico y Fiscal. Mehr als 7.800 Landwirte und Viehzüchter seien auf die Hilfen angewiesen. Die Sozialisten enthielten sich laut Grupo Popular.






