El Hierro streitet über eine 18-Millionen-Euro-Kreditänderung, neue Regeln für Auslandsrepräsentationen und den Plan dezentraler Verwaltungsbüros. Was die Insel aktuell beschäftigt.
Streit um 18-Millionen-Euro-Kredit eskaliert im Cabildo
Die PSOE auf El Hierro wirft der AHI vor, Investitionen gezielt zu blockieren. Die Sozialisten erklären, die Ablehnung der Kreditänderung im Plenum sei keine Frage fehlender Kommunikation gewesen, sondern eine geplante politische Entscheidung. Seit Dezember 2025 habe es einen ständigen Dialog gegeben, der den Haushalt 2026 ermöglicht habe – inklusive 1,5 Millionen Euro für Projekte in den drei Gemeinden. Durch das Nein zur Kreditänderung könnten nach Darstellung der Partei rund 18 Millionen Euro für Infrastruktur, Kultur, Sport, Hilfen für Unternehmen und Selbstständige, den Primärsektor, Stipendien und soziale Dienste nicht umgesetzt werden.
AHI weist Vorwürfe zurück und fordert neue Verhandlungskultur
Die Agrupación Herreña Independiente hat die Kritik nach der Plenarsitzung zurückgewiesen. Die Partei erklärt, es habe keine gebrochene Vereinbarung gegeben, weil das Dossier zur Kreditänderung nie mit ihr verhandelt worden sei. Die AHI verweist darauf, dass die Regierungsgruppe seit August 2025 in der Minderheit sei und Mehrheiten im 13-köpfigen Plenum aktiv sichern müsse. Die Verantwortung dafür liege beim Präsidenten der Inselverwaltung und nicht bei der Opposition. Zugleich erinnert die AHI daran, sie habe den Haushalt durch Enthaltung nach Verhandlungen ermöglicht und bleibe zu Gesprächen bereit, wenn Vorschläge politisch vorbereitet würden.
Plenum beschließt Regeln für Auslandsrepräsentation und Dienstreisen
Das Plenum des Cabildo hat eine Motion der AHI zur institutionellen Repräsentation El Hierros in Venezuela gebilligt. Die Initiative erhielt Unterstützung der Asamblea Herreña und reagierte auf Einladungen zu den Feierlichkeiten der Fiesta de Los Pastores am 1., 2. und 3. Mai. Im verbreiteten Programm waren zwei Direktoren des Cabildo als Vertreter der Insel genannt worden. Die Motion sieht vor, dass künftig das Plenum entscheidet, wer El Hierro bei Veranstaltungen außerhalb der Insel repräsentiert, und dass es die Verwendung öffentlicher Mittel für solche Reisen kontrolliert. Inselpräsident Alpidio Armas hatte in der Debatte seine Befugnis zur Entscheidung über Repräsentationen verteidigt.
Asamblea Herreña schlägt dezentrale Cabildo-Büros vor
David Cabrera hat im Cabildo ein schrittweises Modell dezentraler Verwaltungsbüros vorgeschlagen. Der Sprecher der Asamblea Herreña will Büros der Inselverwaltung in La Frontera und El Pinar einrichten, um die Konzentration der Dienste in Valverde zu entschärfen. Cabrera begründet den Vorstoß mit langen Wegen, Kosten und Hürden für ältere Menschen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität. Eine technische und wirtschaftliche Studie soll klären, wie dauerhafte Anlaufstellen für stark nachgefragte Dienste entstehen könnten – darunter Register, Information, soziale Dienste, Subventionen sowie agrar- und landwirtschaftliche Beratung. Bestehende Infrastruktur soll Kosten senken und Wege aus Orten wie La Restinga oder Sabinosa vermeiden.





