Fuerteventura steht vor dem drohenden Stopp der Fährroute nach Cádiz, das Inselkrankenhaus hat eine chirurgische Premiere gefeiert, und Militärlandungen nahe El Cotillo sorgen für Kritik. Ein Überblick über die aktuellen Entwicklungen auf der Insel.
Fährroute Puerto del Rosario–Cádiz vor dem Aus
Der Partido Popular hat vor einem massiven Verlust der Anbindung Fuerteventuras gewarnt. PP-Abgeordneter Fernando Enseñat richtete im Parlament der Kanaren eine Anfrage an Bau- und Verkehrsminister Pablo Rodríguez und kritisierte, die spanische Regierung habe die Verpflichtung zum öffentlichen Dienst nicht erneuert. Die Einstellung der Verbindung ab 30. Juni zwinge Reisende ab Juli zu Umwegen über Lanzarote oder Gran Canaria. Enseñat warnte vor steigenden Lebenshaltungskosten und Problemen bei der Warenversorgung, besonders im Sommer. Alle Parteien der Inselverwaltung hätten sich gegen das Ende der Verbindung ausgesprochen.
Erste Parotidektomie am Hospital General de Fuerteventura
Das Hospital General de Fuerteventura hat erstmals eine partielle suprafaziale Parotidektomie durchgeführt. Der Eingriff betraf einen 69-jährigen Patienten mit gutartigem Tumor, der sich gut erholte und nach drei Tagen entlassen wurde. Das Team um Silvia Martín, Ana Belén Vadillo und Jelinek Falcón setzte einen intraoperativen Neuromonitor ein, der den Gesichtsnerv in Echtzeit überwachte und das Lähmungsrisiko senkte. Das Gerät ist seit mehr als einem Jahr im Einsatz und unterstützt auch weitere Hals- und Ohrchirurgien.
Asamblea Majorera kritisiert Militärlandungen in Vogelschutzzone bei El Cotillo
Die Asamblea Majorera, der Inselverband von Coalición Canaria, hat zwei Hubschrauberlandungen der spanischen Armee nahe El Cotillo kritisiert. Das betroffene Gebiet liegt in einer Vogelschutzzone; Anwohner zeigten sich wegen des Lärms und möglicher Folgen für die Tierwelt besorgt. Die Parteiführung verwies auf eine wachsende Militärpräsenz seit der Ankunft der Brigada Canarias XVI im Mai und bemängelte, Institutionen und Bevölkerung seien nicht informiert worden. Das Verteidigungsministerium nutzt seit 1973 mehr als 4.000 Hektar an der Küste von Barlovento – dort hätten die Einsätze bleiben sollen.
Pájara erarbeitet Strategischen Tourismusplan mit Bürgerbeteiligung
Die Gemeinde Pájara hat Einwohner, Unternehmen und Fachleute zur Mitarbeit an einem neuen Strategischen Tourismusplan aufgerufen. Tourismusbeauftragte Tina Da Silva erklärte, der Plan solle aus aktivem Zuhören entstehen, damit Maßnahmen zur touristischen Entwicklung an die tatsächlichen Bedürfnisse angepasst würden. Die Stadtverwaltung stellte einen Online-Fragebogen bereit, der Erwartungen und Vorschläge sammelt. Bürgermeister Alejandro Jorge sagte, das Dokument solle als Wegweiser dienen, um das Reiseziel weiter zu festigen. Die Ausarbeitung unterstützt die Beratungsfirma Innovaris Consultores.
Inselverwaltung startet MISEA-Programm für nachhaltigen Agrotourismus
Fuerteventura hat die ersten Arbeitstagungen für agrotouristische Erlebnisse im MISEA-Programm aufgenommen. Marlene Figueroa, Tourismusbeauftragte der Inselverwaltung und Vizepräsidentin des Insel-Tourismusverbandes, leitete die Treffen im Hotel El Mirador, gefördert von der spanischen Tourismusbehörde SETUR und SEGITTUR. Elf Betriebe aus dem primären Sektor nahmen teil, darunter Bodegas Conatvs, Käsereien, eine Aloe-Vera-Farm, Algenanbau und die Salinas del Carmen. Figueroa sagte, die Initiative solle Produktion, Landschaft und Nachhaltigkeit in buchbare Angebote übersetzen und den Tourismus auf der ganzen Insel verankern.
Ignacio Escolar diskutiert Journalismus beim Festival A Contracultura in Puerto del Rosario
Ignacio Escolar hat beim Festival A Contracultura in Puerto del Rosario über Journalismus gesprochen. Der Gründer und Direktor von elDiario.es diskutierte in der Casa de la Cultura mit Nicolás Castellano von der Cadena SER über Herausforderungen der digitalen Ära, den Umgang mit Falschinformationen und die Zukunft der Branche. Escolar war von 2007 bis 2009 erster Direktor des Diario Público und arbeitete dort später als Kolumnist. Er veröffentlichte mehrere Bücher und erhielt 2018 den Gabriel García Márquez Preis für Exzellenz im Journalismus.
Cinedfest 2026: Schulen aus Fuerteventura holen Preise und Finalplätze
Fuerteventura hat die Cinedfest-2026-Gala im Auditorio Insular in Puerto del Rosario ausgerichtet. Dreizehn Bildungseinrichtungen nahmen teil, unterstützt von der Fuerteventura Film Commission, und präsentierten Kurzfilme aus dem laufenden Schuljahr. Nereida Calero von der Fuerteventura Film Commission sagte, das Festival eröffne Schülern kreative und berufliche Perspektiven im audiovisuellen Sektor. Zwei Produktionen schafften es unter die 48 Finalisten der Sektion Canarias; zudem gewann Oceanautas del planeta azul des CEIP Casillas del Ángel den Dokumentarfilmpreis der Primaria von Canarias.
Cabildo Fuerteventura beendet Pelotamano-Workshops der Saison
Das Cabildo von Fuerteventura hat die Pelotamano-Workshops der Saison abgeschlossen. Sportdezernent Luis González würdigte bei der Abschlussveranstaltung das Engagement der Teilnehmer und betonte, traditionelle Spiele müssten an die junge Generation weitergegeben werden. Besondere Anerkennung erhielt Juan Luis Rodríguez für seine kontinuierliche Teilnahme. Die Trainings im Parque Gavia de Los Hormiga wurden vom Ayuntamiento de Puerto del Rosario unterstützt. Die Sportabteilung der Inselverwaltung plant bereits die nächste Saison, um die Teilnehmerzahl zu steigern.
San-Juan-Feste in Pozo Negro: Programm vom 19. bis 24. Juni
Bürgermeister Matías Peña García hat die San-Juan-Feierlichkeiten in Pozo Negro vorgestellt. Die Feste laufen vom 19. bis 24. Juni, organisiert von der Festivitätenabteilung unter Leitung von Pedro Manuel Armas Martín und unterstützt von der Festkommission. Zentrales Element ist die traditionelle Feuerzeremonie am Dienstag, 23. Juni, bei der Jesús Montañez Médez für sein Engagement gewürdigt wird. Am Mittwoch, 24. Juni, folgen Messe und Prozession zu Ehren des Schutzpatrons; am Wochenende steht zudem ein spezieller Taxiservice bereit.
CD Maxoarco holt fünf Podiumsplätze bei Kanaren-Meisterschaft im Bogenschießen
Der Club Deportivo Maxoarco hat beim Campeonato de Canarias de Tiro fünf Podiumsplätze erreicht. Fünf der acht gestarteten Bogenschützen holten Medaillen, darunter Gold für María Elisa Saez Vidal im Mixed Barebow und Gunnar Biniasch im Compound der Herren. Bronze gewannen Mateo Pérez Reina, María Jesús Rodríguez Martín und Xenia Klemm. Mit acht Athleten stellte der Verein eine der größten Delegationen des Turniers. Das Training läuft zur Vorbereitung auf kommende Wettbewerbe weiter.
NNGG Fuerteventura: Verano Joven 2026 benachteiligt Inseljugend
Nuevas Generaciones Fuerteventura hat das Programm Verano Joven 2026 der spanischen Regierung kritisiert. Inselkoordinator Iker Zalbidea sagte, die Rabatte für Zug und Bus auf dem Festland ignorierten die Zusatzkosten für Flug oder Schiff von den Kanarischen Inseln. Zalbidea sprach von Ausgrenzung und forderte Anpassungen, damit Jugendliche auf Fuerteventura gleichberechtigt profitieren könnten. Die Organisation verlangt spezifische Unterstützung für Reisen zum Festland oder Ausgleichsmechanismen, um Chancengleichheit unabhängig vom Wohnort zu gewährleisten.
Inklusives Treffen im Acua Water Park Corralejo am 13. Juni
Fuerteventura richtet das IX. Treffen für Menschen mit Behinderung im Acua Water Park in Corralejo aus. Die Veranstaltung ist für Samstag, 13. Juni, von 10.00 bis 18.00 Uhr geplant, mit kostenfreiem Eintritt für Betroffene und Begleiter sowie gemeinsamem Essen. Ein kostenloser Transport ab Puerto del Rosario erleichtert die Anreise. Unterstützt wird der Tag unter anderem von Voluntariado CaixaBank, Oye Chinijo und Adisfuer; Inselverwaltung und die Gemeinde La Oliva helfen bei der Bekanntmachung. Vertreter der Sozialdienste werden erwartet.







