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    Gran Canaria Nachrichten 9. Januar 20263 Min. Lesedauer

    Das steckt wirklich hinter der neuen Manifest Destiny

    Das steckt wirklich hinter der neuen Manifest Destiny
    Das steckt wirklich hinter der neuen Manifest Destiny — Bild: Abb. ähnlich

    Die Manifest Destiny hat sich gewandelt. Sie zielt nicht mehr auf territoriale Eroberungen, sondern auf die Kontrolle von Einflussbereichen. Dennoch bleibt das Grundprinzip unverändert: eine hierarchische Weltsicht, in der einige das Recht beanspruchen, für andere zu entscheiden.

    Worum es geht (TL;DR)

    • Manifest Destiny wandelte sich von territorialer Eroberung zur Kontrolle von Einflussbereichen.
    • 1898 erlangten die USA Puerto Rico, Guam und die Philippinen durch Krieg gegen Spanien.
    • Im Kalten Krieg unterstützten die USA Militärdiktaturen in Lateinamerika gegen den Kommunismus.

    Historische Entwicklung des amerikanischen Einflusses

    Im 19. Jahrhundert benötigten die USA für die Eroberung des Westens mehr als Waffen und Siedler. Sie brauchten eine moralische Erzählung, um Expansion und Gewalt zu rechtfertigen. Diese fanden sie im Konzept der Manifest Destiny: dem Glauben, dass das amerikanische Volk durch göttlichen Willen oder moralische Überlegenheit dazu bestimmt sei, den Kontinent zu dominieren und zu "zivilisieren".

    Diese Vorstellung erleichterte die Vertreibung indigener Völker und die Aneignung mexikanischer Gebiete. Es war nicht nur territoriale Expansion, sondern Hegemonie, die sich als Tugend tarnte.

    Imperiale Ambitionen der USA ab 1898

    1898 führten die USA Krieg gegen Spanien, was ihre internationale Rolle veränderte. Unter dem Vorwand der Befreiung Kubas erlangten sie Puerto Rico, Guam und die Philippinen, während Kuba faktisch zum Protektorat wurde. Diese Ereignisse markierten den Beginn einer neuen Phase: ein Imperium, das sich selbst nicht als solches anerkennt, aber so handelt.

    Die Monroe-Doktrin von 1823, ursprünglich als Warnung an Europa gedacht, wurde nach 1898 zum Werkzeug regionaler Hegemonie.

    Manifest Destiny im Kalten Krieg

    Im 20. Jahrhundert setzte sich diese Entwicklung fort. Während des Kalten Krieges wurde Manifest Destiny im Kontext von nationaler Sicherheit und Antikommunismus neu verpackt. In den 1970er Jahren unterstützten die USA Militärdiktaturen in Lateinamerika, um politische Bewegungen zu untergraben. Der Putsch von 1973 in Chile war keine Ausnahme.

    Operation Condor, eine repressive Koordination südamerikanischer Diktaturen, wurde mit Wissen und Unterstützung der USA durchgeführt. Entführungen, Folter und Morde überschritten nationale Grenzen im Namen der Ordnung und des Kampfes gegen den Kommunismus.

    Aktuelle Herausforderungen und geopolitische Interessen

    Zu glauben, dies gehöre der Vergangenheit an, wäre ein Fehler. In den letzten Jahrzehnten tauchte diese Logik in neuen Formen auf: indirekte Interventionen, Wirtschaftssanktionen, hybride Kriege, diplomatischer Druck und selektive Anerkennung von Regierungen.

    Das Beispiel Venezuela zeigt, dass die USA nicht aus altruistischen Gründen handeln, sondern aus strategischen und geopolitischen Interessen. Demokratie kann nicht aufgezwungen werden; sie muss aufgebaut werden. Wenn eine Macht entscheidet, wer regiert, wird sie zum Kolonisator.

    Europa und die Verantwortung

    Europa und Spanien sollten diese Prozesse mit demokratischem Gedächtnis betrachten. Lateinamerika braucht keine neuen Versionen alter Doktrinen, sondern Respekt, Kooperation und Multilateralismus.

    Immer wenn Manifest Destiny wieder auftaucht, verliert jemand Souveränität und die Fähigkeit, über das eigene Schicksal zu bestimmen.

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