UNICEF hat gewarnt, dass Mängel im Schutzsystem von Menschenhändlern ausgenutzt werden. Auf den Kanarischen Inseln verschwinden zunehmend minderjährige Migranten. Ein Mitarbeiter auf Teneriffa berichtete, dass Aissa, ein fiktiver Name, mit anderen Mädchen nach Frankreich entkommen wollte. Zwei Tage später meldete sie sich, dass sie in Sicherheit sei.
Worum es geht (TL;DR)
- 2024 wurden auf den Kanaren 3.767 Fälle vermisster Minderjähriger gemeldet, 785 gelten als abgängig.
- Polizei zerschlug im November 2025 ein Netzwerk, das Minderjährige nach Frankreich schmuggelte.
- UNICEF fordert Freigabe eines Protokolls und warnt vor Überbelegung in Schutzzentren.
Im Jahr 2024 wurden auf den Kanarischen Inseln 3.767 Fälle vermisster Minderjähriger gemeldet, wobei Las Palmas mit 87,1 % die höchste Quote aufwies. Minderjährige gelten als „abgängig“, wenn sie nach zwölf Monaten oder mit Erreichen der Volljährigkeit nicht gefunden werden. Ende 2024 gab es 785 solcher Fälle, hauptsächlich in Las Palmas und Santa Cruz de Tenerife.
Kanaren: Flucht von Minderjährigen
Teseida García, Staatsanwältin für Ausländer in Las Palmas, erklärte, dass alle Fälle freiwillige Fluchten seien. Viele Jugendliche wollten ihre Reise fortsetzen und suchten Unterstützung von Organisationen. Ein Protokoll existiere jedoch nicht. Bei häufigen Fluchten aus einem Zentrum werde die Polizei eingeschaltet. Nach Volljährigkeit endet die Vormundschaft.
Im November 2025 zerschlug die Polizei ein Netzwerk, das Minderjährige zwischen den Kanaren und Frankreich schmuggelte. Bei der Operation Triton wurden Mitglieder der Organisation verhaftet. Die Ermittlungen begannen nach dem Verschwinden von 14 Mädchen.
Risiken und Schutzmaßnahmen
Die Anwältin Loueila Sid Ahmed Ndiaye warnte, dass die Risiken für diese Kinder während der gesamten Migrationsreise bestehen. UNICEF betont, dass Überbelegung das Risiko von Fluchten erhöht. Die Unsicherheit und fehlende Unterstützung treiben Minderjährige in die Arme von Menschenhändlern.
UNICEF fordert die Freigabe des Protokolls für unbefugte Abwesenheiten, das seit fast zwei Jahren auf Genehmigung wartet. Fluchten sollten als Zeichen emotionaler Not wahrgenommen werden, um angemessene Maßnahmen zu ergreifen.











