In San Bartolomé de Tirajana auf Gran Canaria verfügen Touristenbereiche über mehr Grünflächen und niedrigere Temperaturen als die Wohngebiete der Einheimischen. Experten warnen vor den Folgen mikroklimatischer Ungerechtigkeiten in diesem Zentrum des kanarischen Tourismus.
Worum es geht (TL;DR)
- Touristenbereiche in San Bartolomé de Tirajana sind durchschnittlich 1,75 Grad kühler als Wohngebiete.
- Anwohner kritisieren Vernachlässigung ihrer Viertel und fordern mehr Grünflächen und bessere Ausstattung.
- Experten fordern lokale Studien zu Gesundheitsauswirkungen von Temperaturen und Luftqualität.
Temperaturunterschiede zwischen Touristen- und Wohngebieten
Fernando Zerpa, ein 56-jähriger Hotelrezeptionist in Maspalomas, bemerkte auf seinem Heimweg nach El Tablero einen deutlichen Temperaturanstieg. Eine Studie von Jody Holland bestätigte seine Beobachtungen: Die Oberflächentemperatur in Touristenbereichen liegt im Durchschnitt 1,75 Grad niedriger als in Wohngebieten, die oft über 40 Grad erreichen.
Der Vegetationsindex zeigt, dass die Vegetation in Touristenbereichen gesünder ist als in Wohngebieten. Auch die Anzahl der Schwimmbäder verdeutlicht die Ungleichheit: In Playa del Inglés und Meloneras gibt es eine hohe Pooldichte, während El Tablero und San Fernando deutlich weniger Pools aufweisen.
Anwohner kritisieren Vernachlässigung ihrer Viertel
Anwohner wie Verónica Franquis und Aarón Ramírez kritisieren, dass ihre Wohngebiete vernachlässigt werden, während Touristenbereiche bevorzugt behandelt werden. Sie fordern mehr Grünflächen und eine bessere Ausstattung ihrer Viertel, um den steigenden Temperaturen zu begegnen.
Die Stadtverwaltung von San Bartolomé de Tirajana hat bisher keine Stellungnahme abgegeben, plant jedoch, fast drei Millionen Euro in die Schaffung von "kühlen Inseln" zu investieren. Dennoch fühlen sich viele Anwohner vernachlässigt, da wirtschaftliche Ressourcen primär für den Tourismus eingesetzt werden.
Experten fordern umfassende lokale Untersuchungen
Experten wie Julio Díaz betonen die Notwendigkeit lokaler Studien, um die Auswirkungen von Temperaturen und Luftqualität auf die Gesundheit zu untersuchen. Er weist darauf hin, dass sowohl Umweltverschmutzung als auch Temperaturen während Hitzewellen die Sterblichkeit beeinflussen. Er fordert umfassende Maßnahmen zur Verbesserung der lokalen Bedingungen.











