Richter haben auf Gran Canaria die Arbeitsbedingungen am Flughafen als Ursache für zunehmendes Burnout bei Mitarbeitern anerkannt. Die Geschichte von Ana, die 2024 nach über 35 Jahren Dienstzeit als arbeitsunfähig eingestuft wurde, ist nur ein Beispiel von vielen. Über ein Dutzend Mitarbeiter aus der Bodenabfertigung suchten nach diesem Urteil den Rat von Anas Anwalt, um über ähnliche Erfahrungen mit chronischem Stress und gesundheitlichen Problemen zu berichten.
Die Belastung am Flughafen Gran Canaria zeigt sich besonders bei langjährigen Mitarbeitern. José María, ein weiterer Betroffener, wurde im Juli ebenfalls als dauerhaft arbeitsunfähig eingestuft. Sein Urteil ist noch nicht rechtskräftig, doch das Gericht erkannte, dass seine körperlichen und psychischen Leiden ihn an der Ausübung jeglicher Arbeit hinderten. Ein Gutachten bescheinigte ihm unter anderem ein rezidivierendes depressives Syndrom, soziale Phobie und Burnout, das sich chronisch und langsam entwickelt.
Erfahrungen von Mitarbeitern auf Gran Canaria enthüllen Missstände
José María begann 1987 am Flughafen Gran Canaria zu arbeiten und war in verschiedenen Abteilungen tätig, zuletzt bei Groundforce im Passagierservice. 2011 erlitt er zwei Schlaganfälle während der Arbeit. „Ich hatte Nervenzusammenbrüche und Panikattacken“, erklärt er. Die ständige Überlastung und der Druck, für zwei oder drei Personen arbeiten zu müssen, führten zu seiner Erkrankung.
Wie viele seiner Kollegen führt José María den chronischen Stress auf Personalmangel und ein schlechtes Arbeitsklima zurück. „Die Behandlung durch Reisende und die Anforderungen der Unternehmen, die immer die Arbeiter bestrafen, tragen dazu bei“, berichtet er. Trotz Disziplinarmaßnahmen und Suspendierungen wegen geringer Vorfälle hielt er durch, bis die Belastung zu groß wurde.
Chronischer Stress belastet Flughafenmitarbeiter auf Gran Canaria
Miguel, ein weiterer Angestellter, arbeitet seit 37 Jahren am Flughafen und ist derzeit krankgeschrieben. Er kämpft um die Anerkennung seiner dauerhaften Arbeitsunfähigkeit. „Es fehlt an Personal, und die Arbeitsbedingungen sind miserabel“, klagt er. Die Überlastung führt zu Erschöpfung und gesundheitlichen Problemen, die durch die mangelnde Unterstützung der Arbeitgeber verschärft werden.
Óscar, der seit 28 Jahren am Flughafen tätig ist, beschreibt die Arbeitsumgebung als „sehr toxisch“. Die Liberalisierung des Sektors habe die Bedingungen verschlechtert. Unternehmen sparen an Personal, was zu einer untragbaren Arbeitsbelastung führt. Die ständige Angst vor Fehlern und Sanktionen belastet die Mitarbeiter zusätzlich.
Psychosoziale Risiken am Flughafen Gran Canaria aufdecken
Die Anwältin Fany Barreto spricht von einem „Dominoeffekt“, der durch die prekären Arbeitsbedingungen ausgelöst wurde. Viele Mitarbeiter seien gesundheitlich angeschlagen und fühlten sich ausgebrannt. Sie fordert präventive Maßnahmen gegen psychosoziale Risiken, um solche Zustände zu verhindern.
Laut Raúl Amador vom Kollegium der Psychologen von Las Palmas kann Burnout „ansteckend“ sein. Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle bei der Minderung kollektiven Stresses. Burnout äußert sich in emotionaler, physischer und mentaler Erschöpfung und kann zu schwerwiegenden persönlichen und beruflichen Konsequenzen führen.
Der Flughafen Gran Canaria verzeichnete im vergangenen Jahr fast 15 Millionen Passagiere, die höchste Zahl auf dem gesamten Archipel. Die Arbeitsbedingungen und der hohe Krankenstand der Mitarbeiter werfen Fragen auf, die von den verantwortlichen Unternehmen bislang unbeantwortet bleiben.











