Gran Canaria erlebte Sturm Therese mit Erdrutschen, Evakuierungen und Verkehrsbehinderungen. Zugleich beschäftigt die Insel die Kulturhauptstadt-Bewerbung von Las Palmas.
Sturm Therese verursacht Erdrutsche und Straßensperrungen auf Gran Canaria
Sturm Therese löste auf Gran Canaria zahlreiche Einsätze aus. Die Inselverwaltung meldete am Freitag rund 40 Vorfälle: Erdrutsche, Stromausfälle, überlaufende Bachläufe und Straßensperrungen. In zwei Vierteln in Mogán liefen Evakuierungen. Besonders betroffen waren San Bartolomé de Tirajana, Telde, San Mateo, Mogán, Tejeda, Teror und Agaete.
Antonio Morales, Präsident der Inselverwaltung von Gran Canaria, nannte Schäden an der Infrastruktur und lokale Stromausfälle, die in mehreren Gemeinden rasch behoben wurden. Weiter gesperrt blieben unter anderem Abschnitte der GC 200. Auch auf der GC 608 in La Culata und der GC 505 in Arguineguín gab es Einschränkungen.
Rettungseinsätze und Isolation nach Überflutungen in Arguineguín
Sturm Therese traf Menschen direkt. Montse Román, Leiterin des Zivilschutzdienstes der Regionalregierung der Kanarischen Inseln, mahnte am Freitag zur Vorsicht und verwies auf instabile Böden nach anhaltenden Winterstürmen. Auf der Insel habe es etwa 15 Erdrutsche gegeben, vor allem in Bergregionen und südlichen Gemeinden.
In Arguineguín wurden mehr als 200 Menschen isoliert, nachdem ein Fluss über die Ufer trat. Eine Frau musste die Feuerwehr retten, weil sie von steigenden Wassermassen überrascht wurde. In Mogán wurden zwei Viertel evakuiert, zudem gab es weitere Straßensperrungen.
Wetterdienst verlängert Warnungen und meldet hohe Regenmengen
Sturm Therese bestimmte die Wetterlage auf Gran Canaria weiter. Der Notdienst 1 1 2 registrierte bis Freitagmorgen mehr als 300 sturmbedingte Vorfälle auf den Kanaren, über 100 davon in der Provinz Las Palmas. Die staatliche Wetterbehörde Aemet setzte mehrere Inseln auf orange Warnstufe. Auf Gran Canaria blieben Straßen wie die GC 200 und die GC 210 gesperrt.
In San Mateo fielen seit Mitternacht 55,4 Liter Regen pro Quadratmeter, dazu kamen Böen bis 120 Kilometer pro Stunde. Die Regionalregierung aktualisierte am Freitag um 14 Uhr die Warnungen vor Wind und Küstenphänomenen. Sie galten bis Samstag um 00.00 Uhr, zusätzlich zur aktiven Regenwarnung.
Las Canteras zieht trotz roter Flagge viele Besucher an
Sturm Therese setzte Warnungen an der Küste nicht überall durch. Am Freitag wehte am Strand von Las Canteras in Las Palmas de Gran Canaria die rote Flagge. Dennoch nutzten viele den sonnigen Morgen für einen Besuch am Wasser. Einige Menschen gingen sogar schwimmen, obwohl vor Küstenphänomenen und Wind gewarnt wurde.
Die Behörden rechneten zugleich mit hoher Dünung und gefährlichen Einzelwellen. Für mehrere Inseln, darunter Gran Canaria, galten Warnhinweise zu Küstenphänomenen. Fuerteventura und Lanzarote standen in Voralarmbereitschaft.
Flugverkehr mit Ausfällen, Umleitungen und Durchstartmanövern
Sturm Therese störte den Luftverkehr auf den Kanaren spürbar. Bis Freitag wurden 25 Flüge gestrichen und fünf umgeleitet. Auf Gran Canaria gab es wegen starker Böen und Windscherungen mehrere Durchstartmanöver. Fluglotsen erklärten in sozialen Medien, plötzliche Windänderungen im Landeanflug könnten kritisch werden. Das Durchstarten sei die sicherste Maßnahme.
Aena meldete am Freitag um 14 Uhr allein am Flughafen La Palma 14 Ausfälle, darunter Verbindungen von Teneriffa Nord sowie drei Flüge von Gran Canaria. Internationale Flüge nach Gran Canaria wurden teils nach Fuerteventura umgeleitet.
Fährbetrieb ändert Routen und reduziert Verbindungen
Sturm Therese beeinflusste auch den Schiffsverkehr. Fred Olsen Ferries kündigte an, dass die restlichen Fahrten am Freitag und die erste am Samstag vom Hafen Las Palmas statt Agaete starten sollten. Das Unternehmen begründete die Umleitung mit den widrigen Bedingungen durch den Sturm.
Zuvor hatte Fred Olsen Ferries die Zahl der Fahrten zwischen Teneriffa und Gran Canaria von sechs auf drei je Richtung reduziert. Am Freitag wurden Abfahrten um 10 Uhr, 14 Uhr und 18 Uhr gestrichen. Die Verbindungen um 12 Uhr, 16 Uhr und 20 Uhr in beide Richtungen sollten stattfinden.
Las Palmas bewirbt sich als Kulturhauptstadt 2031
Las Palmas de Gran Canaria hat die Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt 2031 eingereicht und damit die nächste Auswahlrunde erreicht. Die Stadt konkurrierte im Dezember mit Victoria auf Malta sowie den spanischen Städten Cáceres, Oviedo und Granada. Die Bewerbung knüpfte an das kulturelle Profil der Hauptstadt an, das unter anderem durch das Festival Temudas geprägt wird.
Der Beitrag verwies zugleich auf Konflikte im Alltag, etwa Änderungen beim Karneval wegen Lärmbelästigung und Überfüllung. Auch Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr und die geplante MetroGuagua stehen für den Spagat zwischen Tourismus, Großereignissen und Lebensqualität der Einwohner.






