Gran Canaria hat den Schutz seines agrarischen Erbes verstärkt. Die Regierung hat Maßnahmen ergriffen, um die Verbraucher vor irreführenden Etiketten zu schützen. Immer häufiger entdecken Käufer in Supermärkten Produkte, die zwar den Anschein erwecken, von den Kanaren zu stammen, tatsächlich aber aus weit entfernten Ländern importiert werden. Ein aktueller Fall betraf Tomaten, die mit dem Slogan „compro canario“ und einem Herz in den Farben der kanarischen Flagge versehen waren. Der Haken? Diese Tomaten stammten aus Polen. Ähnlich verhält es sich mit Kartoffeln aus dem Vereinigten Königreich, die unter vagen Etiketten verkauft werden, die das Vertrauen der Verbraucher ausnutzen.
### Gran Canarias Primärsektor leidet unter falschen Etiketten
Solche Praktiken stellen nicht nur einen Betrug an den Verbrauchern dar, die glauben, lokale Produkte zu unterstützen, sondern schaden auch Gran Canarias Primärsektor. Dieser leidet bereits unter der Globalisierung, hohen Transportkosten und unlauterem Wettbewerb. Die Antwort liegt bei den Behörden, die entschlossen handeln müssen, um sowohl Produzenten als auch Verbraucher zu schützen. Der Fokus sollte auf der Einführung und Konsolidierung von Schutzmaßnahmen wie geschützten Ursprungsbezeichnungen (DOP), geschützten geografischen Angaben (IGP) oder garantiert traditionellen Spezialitäten (ETG) liegen.
### Geschützte Bezeichnungen bieten Sicherheit
Diese Bezeichnungen sind mehr als nur Abkürzungen; sie sind rechtliche Werkzeuge, die Garantien, Rückverfolgbarkeit und Mehrwert bieten. Die europäische Verordnung (R-UE 1151/12) ist in dieser Hinsicht eindeutig: Sie ermöglicht den Schutz der Namen von Agrar- und Lebensmittelerzeugnissen, die mit einem geografischen Gebiet verbunden sind, sorgt für eine faire Entlohnung der Produzenten und bietet den Verbrauchern transparente Informationen. Mit anderen Worten, sie helfen, das Echte vom Imitat zu unterscheiden.
Gran Canaria verfügt über ein reiches agrarisches Erbe, das integraler Bestandteil seiner kulturellen Identität und wirtschaftlichen Zukunft ist. Alte Kartoffelsorten, handwerklich hergestellte Käsesorten, einzigartige Weine und Honige sowie Gofio sind Schätze, die auf dem Markt nicht ungeschützt bleiben dürfen. Ihre Qualität geht über bloßen Geschmack oder Tradition hinaus; sie ist eng mit dem geografischen und menschlichen Umfeld verbunden, das sie hervorbringt.
### Schritte zum Schutz von Gran Canarias Erbe
Das Cabildo von Gran Canaria hat bereits bedeutende Schritte in diese Richtung unternommen, indem es den Primärsektor bei der Schaffung von Qualitätslabels unterstützt und den Wert unserer Produkte erhöht hat. Dies sollte der Weg in die Zukunft sein: in Systeme zu investieren, die unsere Waren differenzieren, ihr Ansehen stärken und es unmöglich machen, dass eine polnische Tomate als kanarisch ausgegeben wird.
### Verbraucher müssen Verantwortung übernehmen
Auch wir als Verbraucher haben eine Rolle zu spielen. Wir müssen Etiketten genau prüfen, lernen, was DOP, IGP oder ETG bedeuten, und Transparenz fordern. Wenn wir ein lokales Produkt mit einem Qualitätssiegel kaufen, erwerben wir nicht nur Lebensmittel; wir unterstützen unsere ländliche Welt, unsere Landwirte und Viehzüchter und ein nachhaltiges Zukunftsmodell. Gran Canaria kann es sich nicht leisten, sein agrarisches Erbe an Täuschung und Verwirrung zu verlieren. Nur wenn die Behörden Schutzmaßnahmen unterstützen und die Verbraucher anspruchsvoll und verantwortungsbewusst sind, können wir sicherstellen, dass ein „kanarisches Produkt“ im Regal tatsächlich authentisch ist, von unserer Insel stammt und den Mehrwert trägt, der es auszeichnet.











