Die Jugendemanzipationsrate auf den Kanarischen Inseln hat Ende 2024 mit 14,1 % einen historischen Tiefstand erreicht. Gleichzeitig stiegen die Mietpreise auf ein Rekordniveau von durchschnittlich 1.128 € pro Monat, wie der Jugendrat von Spanien (CJE) und der Archipel berichteten.
Worum es geht (TL;DR)
- Die Jugendemanzipationsrate auf den Kanaren sank Ende 2024 auf historische 14,1 Prozent.
- Durchschnittliche Miete von 1.128 Euro übersteigt das Nettogehalt junger Menschen um 181 Euro.
- Mietpreise stiegen seit 2008 um 20 Prozent, Löhne liegen zehn Prozent unter Vorkrisenniveau.
Das bedeutet einen Rückgang um 20.000 emanzipierte junge Menschen im Vergleich zum Vorjahr und fast sechs Prozentpunkte weniger als 2023. Der Wert lag unter dem spanischen Durchschnitt von 15,2 %, so der Bericht des Emanzipationsobservatoriums des CJE, der in Las Palmas de Gran Canaria vorgestellt wurde.
Deutlicher Rückgang auf den Kanarischen Inseln
Manuel Mejías, Forschungstechniker des CJE, erklärte, dieser Rückgang sei "ziemlich signifikant" und in anderen autonomen Gemeinschaften nicht zu beobachten gewesen.
Ende 2024 betrug das durchschnittliche Nettogehalt eines jungen Menschen auf den Kanaren 947,06 € pro Monat – das niedrigste in Spanien – während die Miete für eine Einzimmerwohnung 1.128 € kostete. Ein junger Bewohner des Archipels müsste sein gesamtes Gehalt aufwenden und hätte immer noch 181 € zu wenig, um sich eine eigene Wohnung leisten zu können.
Um eine Kaution für eine Wohnung zu sparen, müssten sie fünf Jahre lang ihr Nettogehalt zurücklegen.
Beschäftigung garantiert keine Unabhängigkeit
Mejías bemerkte, dass die Möglichkeit der Emanzipation bei beschäftigten jungen Menschen zwar größer sei, dennoch lebten fast drei von vier weiterhin bei ihren Eltern.
Diese Zahlen verdeutlichen, warum "junge Menschen selbst bei Arbeitsaufnahme nicht die notwendigen Ressourcen ansammeln können", um das Elternhaus zu verlassen, so der Forschungstechniker.
Die Emanzipationsrate war bei auf den Inseln geborenen jungen Menschen mit 11 % deutlich niedriger als bei denen aus anderen Regionen (24,9 %) oder dem Ausland (24,96 %). Das liegt daran, dass "viele junge Menschen ohne ihre Eltern auf die Kanaren kommen", wie im Bericht angegeben.
Steigende Kosten und stagnierende Löhne
Mejías betonte, dass die Mietpreise ein historisches Hoch erreicht hätten – ein Anstieg von 20 % seit 2008 – während die Löhne noch nicht auf das Vorkrisenniveau zurückgekehrt seien und 10 % niedriger lägen als damals.
Eliana Parrilla, Präsidentin des Jugendrats der Kanarischen Inseln, warnte, dass die Löhne zwar steigen, aber nicht mit den Lebenshaltungskosten Schritt halten. Zudem nehme die befristete Arbeit zu, insbesondere auf den Kanaren, was "junge Menschen daran hindert, einen Zukunftsplan zu entwickeln".











