Die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft hat eine Untersuchung gegen Inmaculada Medina eingeleitet, Stadträtin für öffentliche Dienste in Las Palmas de Gran Canaria. Ihr wird Veruntreuung im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Betrug von 400.000 Euro vorgeworfen.
Worum es geht (TL;DR)
- Antikorruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Stadträtin Medina wegen mutmaßlicher Veruntreuung von 400.000 Euro.
- Unternehmen Guerra Patrimonial FGG soll systematisch überhöhte Wassermengen ohne Zählerprüfung abgerechnet haben.
- Stadtrat zahlte angeblich Übergebühren von mehr als 70 Prozent über tatsächlichem Verbrauch.
Die Ermittlungen drehen sich um einen Vertrag zwischen dem Stadtrat und Guerra Patrimonial FGG zur Wasserversorgung der Bezirke Tamaraceite, San Lorenzo und Tenoya von 2015 bis 2022. Staatsanwalt Javier Ródenas behauptet, das Unternehmen habe systematisch überhöhte Wassermengen abgerechnet, ohne ordnungsgemäße Zählerablesungen zu überprüfen.
Systematische Umleitung öffentlicher Gelder aufgedeckt
Der Staatsanwalt erklärte, dies habe einen Mechanismus zur systematischen Umleitung öffentlicher Gelder mit scheinbarer administrativer Legalität geschaffen. Das Schema soll fiktive Dienstleistungen, falsche Rechnungen ohne technische Überprüfung und Zahlungsfreigaben zur Ausschöpfung der Jahresbudgets umfasst haben.
Der Stadtrat zahlte angeblich an Guerra Patrimonial FGG Übergebühren von mehr als 70 Prozent über den tatsächlichen Verbrauchsraten.
Der mutmaßliche Betrug flog im Dezember 2022 auf, als Ratsmitglieder und die Stadträtin für Parks, Gemma Martínez Soliño, sich weigerten, weitere Rechnungen ohne ordnungsgemäße Zählerablesungen zu bearbeiten. Daraufhin sanken die abgerechneten Verbrauchswerte dramatisch auf das Niveau von Juli 2012.
Ermittlungen gegen mehrere Beamte und Unternehmen
Die Staatsanwaltschaft beschuldigt neben Stadträtin Medina zwei städtische Beamte der Abteilung Parks und Gärten, Miguel Ángel P.H. und Sergio G.C. Sie strebt Ermittlungen gegen Medina und Sergio G.C. wegen schwerer Veruntreuung, Urkundenfälschung, Amtsmissbrauch und Verwaltungsbetrug an.
Guerra Patrimonial FGG drohen ebenfalls Anklagen wegen Bestechung und Veruntreuung öffentlicher Gelder. Der Bestechungsvorwurf bezieht sich auf ein Darlehen von 430.000 Euro an den Beamten Miguel Ángel P.H., das angeblich monatlich vom Unternehmen bei Rechnungszertifizierung gezahlt wurde.
Zeugenaussagen und weitere Schritte
Die Staatsanwaltschaft hat Zeugenaussagen von Stadträtin Martínez Soliño und den Beamten angefordert, die sich weigerten, unbestätigte Rechnungen zu bearbeiten. Die Ermittlungen dauern an.











