Antonio Morales, Präsident des Cabildo von Gran Canaria, hat am Montag Bedenken zu einer Handelsmission geäußert. Diese wurde von PROEXCA in Zusammenarbeit mit FEDEPORT zum Hafen von Dakhla in der Westsahara geleitet, einem Gebiet, das laut Vereinten Nationen noch auf die Dekolonisation wartet.
Worum es geht (TL;DR)
- Antonio Morales kritisiert Handelsmission zum Hafen Dakhla in der besetzten Westsahara.
- Das 1,3-Milliarden-Euro-Projekt soll direkt mit kanarischen Häfen konkurrieren.
- Morales warnt vor rechtlichen Risiken wegen Verletzung internationalen Rechts.
Morales erklärte in einem Kommuniqué, dass die Förderung von Dakhla kein wirtschaftliches Diplomatieprojekt sei, sondern "ein strategischer Fehler, den sich die Kanaren nicht leisten können". Dies entspreche nicht den Interessen der Kanaren und berge wirtschaftliche, politische und reputationsbezogene Risiken.
Konkurrenz für kanarische Häfen befürchtet
Er kritisierte, dass es unvernünftig sei, wenn eine öffentliche Institution der Kanarischen Regierung die Positionierung von Unternehmen aus dem Hafenbereich des Archipels in einem Gebiet fördert, das von Marokko dazu bestimmt sei, "direkt mit dem Hafen von La Luz und Las Palmas zu konkurrieren". Dieser Hafen sei ein wesentlicher Motor für die wirtschaftliche Diversifikation, Beschäftigung und Konnektivität von Gran Canaria.
Morales hob hervor, dass das Dakhla Atlantique Projekt mit einem Wert von 1,3 Milliarden Euro als großes Logistikzentrum zwischen Afrika, Europa und Amerika konzipiert sei. Es ziele darauf ab, internationalen Verkehr anzuziehen und direkt mit den Kanarischen Häfen zu konkurrieren, insbesondere mit dem Hafen von La Luz und Las Palmas.
Rechtliche und politische Implikationen
In seiner Erklärung erinnerte er daran, dass die Westsahara weiterhin als "Nicht-Selbstverwaltungsgebiet" anerkannt sei und ihre Besetzung durch Marokko internationales Recht verletze. Er betonte, dass die Teilnahme an wirtschaftlichen Missionen, die die Infrastrukturentwicklung in diesem Gebiet ohne Zustimmung des saharauischen Volkes fördern, von internationalen Organisationen als "rechtliches Minenfeld" beschrieben wurde.
Morales unterstrich, dass internationale Organisationen und Experten diese Operationen als "rechtliches Minenfeld" eingestuft haben, was er als besonders ernst für die beteiligten kanarischen Unternehmen betrachtet. Der Europäische Gerichtshof habe festgestellt, dass Wirtschaftsabkommen mit Marokko keine Gebiete in der Westsahara ohne ausdrückliche Zustimmung des saharauischen Volkes einschließen können.
Geopolitische Spannungen nehmen zu
Aus Sicht des Cabildo sei die Unterstützung von Projekten in Dakhla kein neutraler Akt. Sie impliziere eine wirtschaftliche Unterstützung einer Besetzung, die internationales Recht verletze und die geopolitische Position der Kanaren als europäische Randregion in einem Gebiet wachsender strategischer Spannungen untergrabe.
Morales betonte, dass es um mehr gehe als nur die Beteiligung einiger Unternehmen an einer Handelsmission. Die Kohärenz der Außenpolitik der Kanarischen Inseln, die institutionelle Verantwortung und die Verteidigung der wirtschaftlichen, sozialen und geopolitischen Interessen der Inseln stünden auf dem Spiel.











