Gran Canaria beschäftigt dieser Tage der Papstbesuch in Mogán, Kritik an der Gleichstellungspolitik, die Suche nach einer neuen Kulturspitzenkraft und weitere aktuelle Entwicklungen.
Papst Leo XIV setzt in Mogán ein Zeichen zur Migration
Papst Leo XIV hat die Kanarischen Inseln besucht und dabei in Mogán Station gemacht. Am Pier empfingen ihn Bürgermeisterin Onalia Bueno und der Generaldirektor der Kanarischen Häfen, José Gilberto Moreno. Von den Kanaren aus wollte er Botschaften der Solidarität bekräftigen; geplant waren außerdem Besuche in Las Raíces in La Laguna sowie am Arguineguín-Pier, der 2020 wegen Überfüllung in die Kritik geraten war.
Der Besuch löste lokale Kontroversen aus, weil Bueno in der Vergangenheit eine harte Linie gegen Migration vertreten hatte. Sie hatte wiederholt gefordert, die Kanarischen Inseln dürften keine Anlaufstelle für Migrantenboote sein, 2023 sogar die Entfernung von Rettungsschiffen verlangt und sich geweigert, Bestattungskosten für verstorbene Migranten zu übernehmen – diese Verantwortung schrieb sie dem Staat zu.
Feministisches Netzwerk kritisiert Kanaren-Regierung scharf
Das Feministische Netzwerk von Gran Canaria hat erneut Alarm geschlagen und fehlende Gleichstellungspolitik beklagt. Sprecherin Nereida Vizuete kritisierte Chaos und Verzögerungen bei der Verteilung von Mitteln aus dem Staatspakt gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Dadurch hätten Präventionsprojekte in Schulen nicht rechtzeitig starten können; mindestens 20 Vorhaben seien im Vorjahr wegen schlechter Verwaltung ausgesetzt worden.
Vizuete warf der Kanaren-Regierung "institutionelle Gewalt" und mangelnde Transparenz vor und erklärte, die Mittel seien auch in diesem Jahr blockiert gewesen. Sozial- und Gleichstellungsministerin Candelaria Delgado habe erklärt, kein Geld sei verloren gegangen – die ausbleibende Umsetzung spreche jedoch dagegen. Das Netzwerk forderte, die zehn Millionen Euro aus dem Pakt zu mobilisieren und politische Verantwortung zu übernehmen.
Auswahlverfahren für neue Leitung von Auditorio und Teatro gestartet
Die Fundación Auditorio y Teatro de Las Palmas de Gran Canaria hat die erste Runde ihres Auswahlverfahrens für eine neue Leitung begonnen. Drei Frauen und fünf Männer bewarben sich um die Führung der Stiftung, die das Alfredo-Kraus-Auditorium und das Pérez-Galdós-Theater verwaltet. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist startete am Dienstag die Vorauswahl vor den abschließenden Interviews.
Seit März suchen Treuhänder, Stadt und Inselverwaltung einen Nachfolger für Tilman Kuttenkeuler. Im März hatten die Präsidenten des Stiftungsrats – darunter Bürgermeisterin Carolina Darias und Inselpräsident Antonio Morales – ihn darüber informiert, dass sein Vertrag nicht verlängert werde. Kuttenkeuler stellte die Bedingungen des Verfahrens infrage, reichte aber dennoch eine Bewerbung ein.
Emalsa erneuert Abwassernetz in Vegueta
Emalsa hat in Las Palmas de Gran Canaria mit der Erneuerung des Abwassernetzes im Stadtteil Vegueta begonnen. Die Arbeiten sollen bis Freitag, 5. Juni, abgeschlossen sein. Betroffen ist ein Abschnitt zwischen der Calle Castillo Nummer 17 und der Calle Ramón y Cajal Nummer 7, der für den Verkehr gesperrt wurde.
Emalsa richtete Umleitungen ein und stellte den Zugang zur Schule San Juan Bosco sicher. Parallel verbessert das Unternehmen die hydraulische Infrastruktur in dem Bereich und will die Beeinträchtigungen so gering wie möglich halten. Die Wasserversorgung soll während der gesamten Bauzeit nicht unterbrochen werden.
Warnung vor extrem hoher UV-Strahlung auf Gran Canaria
Der Kanarische Gesundheitsdienst hat eine Warnung wegen anhaltend sehr hoher und extrem hoher UV-Strahlung herausgegeben. Für Gran Canaria gilt in fast allen Gemeinden ein extremes Risiko – ausgenommen sind Gáldar, Agaete und La Aldea de San Nicolás. In den übrigen Gemeinden der Kanarischen Inseln bleibt das Risiko sehr hoch.
Die Generaldirektion für öffentliche Gesundheit verwies auf den Präventionsplan gegen UV-Strahlung und empfiehlt bei sehr hohem oder extremem Risiko Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50, Schatten in den stärksten Sonnenstunden sowie bedeckende Kleidung, Hut und Sonnenbrille. Sonnenschäden seien kumulativ, betonte die Regierung; Sonnenbrände in der Kindheit erhöhten später das Hautkrebsrisiko.
Tourismusdaten: Süd-Gran Canaria mit höchster Hotelauslastung
Neue Daten des Instituto Nacional de Estadística zeigen für die Kanaren im April steigende Hotelpreise und höhere Erlöse. Der Hotelpreisindex stieg im Jahresvergleich um 1,3 Prozent, der durchschnittliche Erlös pro belegtem Bett und Tag erreichte 151 Euro. Der RevPAR lag bei 112,8 Euro.
Die Auslastung sank im April auf 58,5 Prozent und lag damit 0,9 Prozent unter dem Vorjahr. Die Kanaren erreichten mit 68,7 Prozent weiterhin Spaniens höchste Auslastung; Süd-Gran Canaria verzeichnete mit 73,9 Prozent den höchsten Einzelwert. Die Zahlen spiegeln den typischen Übergang zur Sommersaison mit schwächerer Belegung wider.





