Gran Canaria spricht über Gewalt gegen Pflegekräfte, den geplanten Papstbesuch 2026 und Streit um Polizeieinstellungen sowie weitere Entwicklungen. Was die Insel aktuell beschäftigt.
Gewalt gegen Pflegekräfte im Insular Hospital nimmt zu
Pflegekräfte auf Gran Canaria erleben eine neue Welle von Übergriffen. Der Kanarische Gesundheitsdienst meldete für das vergangene Jahr 248 Angriffe auf Pflegepersonal, körperlich wie verbal. Der Krankenpfleger David schilderte, wie ihn am 30. März im Insular Hospital ein Patient und dessen Begleiter nach einem Vermittlungsversuch bedrohten und später rassistisch beschimpften. Die Normalisierung solcher Vorfälle mache die Lage besonders gefährlich, sagte er.
Juan Trenzado vom Pflegeverband SATSE erklärte, die Übergriffe seien zwischen 2024 und 2025 um 29,17 Prozent gestiegen. Viele Fälle würden nicht angezeigt. Er kritisierte das Protokoll des Gesundheitsdienstes als ineffektiv und forderte mehr Sicherheitspersonal, Alarmsysteme und rechtliche Unterstützung. David meldete den Vorfall der Pflegekammer, erhielt nach eigenen Angaben aber bislang keine Reaktion.
Papst Leon XIV. kündigt Besuch auf Gran Canaria für Juni 2026 an
Papst Leon XIV. hat eine Reise nach Spanien und auf die Kanarischen Inseln angekündigt. Er plant den Besuch vom 6. bis 12. Juni 2026 und nennt Madrid, Barcelona sowie Gran Canaria und Teneriffa als Stationen. In einer Botschaft betonte er seine emotionale Verbindung zu Spanien und hob Glauben und Gastfreundschaft hervor. Es wäre der erste Papstbesuch in Spanien seit 2011 und der erste auf dem Archipel.
Die Entscheidung, El Hierro auszulassen, löste Diskussionen aus, weil die Insel stark von Migration betroffen ist. Der Besuch auf Gran Canaria und Teneriffa soll auch die Rolle der Kanaren in der Migrationskrise widerspiegeln. El Hierro verdiene trotz logistischer Hürden Anerkennung für ihre Hilfe, heißt es.
CSIF kritisiert Unregelmäßigkeiten bei Polizeibewerbungen in Santa Lucía
Die Gewerkschaft CSIF hat das Auswahlverfahren für zehn Stellen bei der Lokalpolizei in Santa Lucía de Tirajana beanstandet. Sie verwies auf "mutmaßliche Unregelmäßigkeiten" beim Wissenstest am 8. April und sah die Anonymität der Kandidaten nicht gewährleistet. CSIF erklärte, bei der Prüfung seien Name und ID-Nummer sichtbar gewesen. Es habe Mechanismen gefehlt, Identität und Ergebnis zu trennen.
Die Organisation berief sich auf das Grundstatut der öffentlichen Bediensteten und regionale Regeln, die Gleichheit, Leistung und Eignung verlangen. Sie forderte die sofortige Aussetzung des Tests, einen Bericht zur Datenerfassung und schloss Anträge auf Annullierung nicht aus. Falls keine Korrektur erfolge, kündigte CSIF rechtliche Schritte bis hin zur Einschaltung der Staatsanwaltschaft an.
Neue Risse bestätigen Evakuierung in Las Palmas de Gran Canaria
Behörden haben in Las Palmas de Gran Canaria neue Risse in einem Gebäude festgestellt und damit die Sicherheitslage verschärft. Bereits in der vergangenen Woche evakuierten Einsatzkräfte elf Personen, nachdem sie die Gefahr erkannt hatten. Die Bewohner kamen an einen sicheren Ort, während die Untersuchungen am Gebäude weiterliefen.
Lokale Beamte erklärten, sie hätten die Situation eng überwacht und umfassende Inspektionen durchgeführt, um das Ausmaß der Schäden zu bestimmen. Nach Abschluss der Bewertungen sollen Reparaturen umgehend beginnen, zudem stehen langfristige Lösungen zur Debatte. Die Bewohner sollen fortlaufend informiert werden.
Polizei stoppt E-Scooter-Fahrer mit mehr als 100 km/h
Die Lokalpolizei in Las Palmas de Gran Canaria hat einen Mann nach einer riskanten Fahrt festgenommen. Er fuhr am Montag mit einem Elektroroller mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde auf der Olof-Palme-Straße. Die städtische Sicherheitsbehörde teilte in sozialen Medien mit, der Fahrer habe zudem einen positiven Drogentest gehabt.
Beamte der Distrikteinheit Puerto führten die Aktion durch. Die Polizei zeigte den Mann außerdem wegen Besitzes von Haschisch an. Weitere Details zu Alter oder Herkunft nannte die Behörde nicht.
Gran Canaria setzt auf Offshore-Wind, Salto de Chira und Geothermie
Die Kanaren haben den Ausbau erneuerbarer Energien als Weg zur Energiesouveränität beschrieben. Verwiesen wird auf Klimadaten des Weltklimarats IPCC und auf geopolitische Risiken, die fossile Abhängigkeiten verschärft hätten. Für Spanien wird der Königliche Erlass 7/2026 genannt, der erneuerbare Energien mit Steuererleichterungen und Investitionen in saubere Industrie fördern soll.
Für Gran Canaria bleibt die Beschleunigung der Offshore-Windenergie ein zentraler Schritt, um die Versorgung zu stärken. Genannt werden außerdem das Projekt Salto de Chira und Geothermie als Bausteine für mehr Versorgungssicherheit. Zugleich heißt es, die Umsetzung dauere zu lange, um die Ziele rechtzeitig zu erreichen.
Las Palmas verteidigt günstige Menüs als Alltagssäule
Restaurants in Las Palmas de Gran Canaria haben trotz steigender Preise an der Tradition fester Menüs festgehalten. Genannt werden fünf Beispiele, die für erschwingliche Hausmannskost und schnellen Service stehen: Kojak, Bodegón Las Lagunetas, Hermanos García, Hermanos Granados und La Cocina de Medialuna. Sie haben sich als verlässliche Option für viele Bewohner etabliert.
Kojak bleibt dem Viertel am Mercado de Altavista verbunden und setzt auf Frühstück und Mittagessen, während Bodegón Las Lagunetas kanarische Klassiker betont. Hermanos García bietet einen wöchentlichen Menüservice, Hermanos Granados steht für große Portionen und La Cocina de Medialuna kombiniert einfache Küche mit Angeboten zum Mitnehmen und Kommunikation über soziale Medien.
Bewohner von Masapeses in Arucas fordern nach 30 Jahren Verbesserungen
Anwohner der Urbanisation Masapeses in Arucas haben nach eigenen Angaben mehr als 30 Jahre Vernachlässigung beklagt. Sie beschrieben schlechte Straßen, seltene Müllabfuhr und unzureichende Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Trotz wiederholter Beschwerden hätten sie sich von den zuständigen Stellen weitgehend ignoriert gefühlt.
Die Sprecherin der Anwohner, María Fernández, sagte, die Gemeinschaft sei es leid zu warten und verlange sofortige Maßnahmen. Die Bewohner drängen lokale Regierungsbeamte, in Infrastruktur und Dienstleistungen zu investieren, um die Lebensqualität zu verbessern. Sie hoffen, dass ihre Forderungen nun gehört werden.






