Podemos hat angekündigt, die Regierung der Kanarischen Inseln vor Gericht zu bringen, falls sie keine "angespannten Wohnzonen" in Gebieten erklärt, in denen Touristenbetten die Zahl der Einwohner übersteigen. Diese Bezeichnung würde Mietpreiskontrollen in den betroffenen Gebieten ermöglichen.
Worum es geht (TL;DR)
- Podemos droht mit Klage, falls keine angespannten Wohnzonen in sechs tourismusintensiven Gemeinden erklärt werden.
- In Yaiza übersteigen Touristenbetten die Einwohnerzahl deutlich, Mietpreise verschlingen über 55 Prozent des Durchschnittsgehalts.
- Die Regionalregierung setzt auf Neubauten, ignoriert aber 210.000 leerstehende Häuser auf den Inseln.
Die Partei fordert diese Erklärung speziell für sechs Gemeinden: Adeje auf Teneriffa, Mogán und San Bartolomé de Tirajana auf Gran Canaria, Yaiza und Tías auf Lanzarote sowie Pájara auf Fuerteventura.
Tourismus verdrängt lokale Gemeinschaften
In Yaiza gibt es mittlerweile mehr als 62 Touristenbetten pro 100 Einwohner – ein urbanes Modell, das auf wirtschaftlichem Umsatz statt auf Wohnrechten basiert. Diese Urlaubssättigung zeigt eine Fehlplanung, die Spekulation begünstigt, während wesentliche Arbeitskräfte wie Lehrer, Gesundheitspersonal, Reinigungskräfte und lokale Ladenmitarbeiter verdrängt werden.
Noemí Santana, Generalsekretärin der Partei auf den Kanaren, erkennt an, dass "Tourismus eine Quelle des Wohlstands sein kann", besteht jedoch darauf, dass er "nicht alles verschlingen darf". Sie warnt davor, dass die Behandlung von Wohnraum als reines Finanzprodukt den Gemeinschaftszusammenhalt bedroht.
Maßnahmen gegen die Wohnkrise
Podemos hat spezifische Maßnahmen skizziert, darunter:
- Steueranreize für die freiwillige Umwandlung von Touristenunterkünften in Wohnraum
- Strafen für leerstehende Immobilien in nachgefragten Gebieten
- Obligatorische langfristige Mietanforderungen in bestimmten Fällen
- Neue Planungsinstrumente für Gemeinden zur Kontrolle der Landnutzung und Eindämmung von Spekulationen
Rekordmieten trotz Leerstand
Touristenunterkünfte machen 80 Prozent des jüngsten Wohnungswachstums auf den Kanaren aus. Gleichzeitig erreichen die Mietpreise Rekordniveau und verschlingen über 55 Prozent des durchschnittlichen Inselgehalts.
Die Regionalregierung aus CC und PP hat trotz Anfragen noch keine angespannten Wohnzonen erklärt. Ihr Lösungsansatz setzt auf Neubauten, einschließlich der Umwandlung von Gewerbeimmobilien in Wohnraum.
Diese Strategie ignoriert 210.000 leerstehende Häuser auf den Kanaren. Kritiker bemängeln, dass die Regierung weder die Nutzung dieser leerstehenden Immobilien noch Preiskontrollen zur Verhinderung von Spekulationen bei Neubauten angeht.











