Gran Canaria beschäftigt sich mit Vorwürfen gegen die Hafenbehörde Las Palmas, einer neuen Wasserstudie, politischen Verschiebungen auf den Kanaren und weiteren Entwicklungen.
Hafenbehörde Las Palmas: Vorwürfe gegen Beatriz Calzada
Beatriz Calzada hat als neue Chefin der Hafenbehörde von Las Palmas schwere Vorwürfe auf sich gezogen. Kritisiert wurden Missstände bei Rekrutierung und interner Kontrolle. Der Nummer zwei der Coalición Canaria auf Gran Canaria wird vorgeworfen, Probleme durch selektive Medienauftritte zu überdecken.
Ein Bericht der Arbeitsinspektion soll vor ihrer Personalpolitik als tickender Zeitbombe gewarnt haben. Trotz eines Gerichtsurteils wegen Mobbing blieb der Personalchef im Amt; mindestens sieben Beschwerden lagen vor. Ein Audit zur Fundación Puertos de Las Palmas blieb unter Verschluss – selbst für Vorstandsmitglieder ohne politische Nähe.
Vetternwirtschaft in der Hafenbehörde und neue Postenpläne
Das Arbeiterkomitee hat mehrere Fälle von Vetternwirtschaft dokumentiert. Genannt wurden Personalentscheidungen zugunsten der Coalición Canaria, darunter Angélica Muñoz als enge Vertraute Calzadas sowie Betsabé Morales Perdomo, frühere Leiterin von Kinewa.
Weitere Vorwürfe betrafen Nira Pulido und María Leticia Padilla Macabeo, die ohne reguläre Auswahlverfahren Posten erhalten haben sollen. Auch die Ernennung von Francisco Trujillo zum Direktor des Hafens von Las Palmas sei trotz rechtlicher Bedenken erfolgt. Zusätzlich plant die Behörde einen Chef für internes Audit und Kontrolle – was erneut Misstrauen ausgelöst hat.
ULL-Studie warnt vor drastischem Rückgang der Wasserreserven auf Gran Canaria
Eine Studie der Universität La Laguna prognostiziert einen drastischen Rückgang der Wasserreserven auf Gran Canaria. Das Forschungsteam unter Koordinator Juan Carlos Santamarta veröffentlichte die Ergebnisse im Journal Environmental Monitoring and Assessment und berechnete das klimatische Wasserbilanzpotenzial aus Niederschlag und Evapotranspiration.
Die Projektionen für die Zeiträume 2021–2050, 2040–2070 und 2071–2100 zeigen unter mehreren Emissionsszenarien eine sinkende Wasserbilanz, besonders in Küstenzonen. Bevölkerungswachstum sowie der Wasserbedarf von Tourismus und Landwirtschaft verschärfen die Lage zusätzlich. Als mögliche Ansätze nennt die Studie Entsalzung, Abwasserwiederverwendung und effizientere Verteilung – jeweils verbunden mit Energie- und Effizienzproblemen.
Umfrage auf den Kanaren: Verluste für Nueva Canarias und PP
Eine Sigma-Dos-Umfrage für El Mundo zeigt Verschiebungen im Parteienspektrum auf den Kanaren. Die Erhebung mit 1.600 Interviews, am Montag veröffentlicht, sieht die PSOE trotz minus 1,8 Punkten weiter vorn. Die konservative Partido Popular unter Manolo Domínguez verlor laut Umfrage rund zwei Punkte.
Die Rechtspartei Vox legte um 4,8 Punkte zu. Die Coalición Canaria büßte 1,2 Punkte ein, vor allem wegen Vox auf Teneriffa. Nueva Canarias verlor wegen interner Krise und der Abspaltung Primero Canarias 3,1 Punkte; Primero Canarias war in der Umfrage noch nicht stark vertreten.
Las Palmas de Gran Canaria setzt persönliche Dienstleistungen vorübergehend aus
Die Stadtverwaltung von Las Palmas de Gran Canaria hat persönliche Dienstleistungen vorübergehend eingestellt. Die Maßnahme soll die Sicherheit von Bürgern und Mitarbeitern gewährleisten und das Ansteckungsrisiko wegen gesundheitlicher Bedenken senken.
Als Alternativen verwies die Stadt auf Online-Dienste der offiziellen Website sowie telefonische Unterstützung bei dringenden Anliegen. Über die Wiederaufnahme werde informiert, sobald sich die Lage ändert.
San Juan und Stadtgeburtstag: Las Palmas ehrt Dania Dévora
Bürgermeisterin Carolina Darias hat das Programm zur Nacht von San Juan und zu den Gründungsfeierlichkeiten von Las Palmas de Gran Canaria vorgestellt. Kulturstadtrat Josué Íñiguez ehrte dabei Dania Dévora, die Schöpferin des Maspalomas Costa Canaria Soul Festivals, die im März starb.
Die Feiern vom 12. bis 26. Juni erinnern an das 548. Jubiläum der Stadt. Geplant sind Konzerte auf der Plaza de Santa Ana mit Cristina Ramos, Olga Cerpa und Mestisay sowie ein Tribute-Abend für Dévora am 17. Juni. Außerdem stehen Poesie- und Fotopreise, Kinderangebote im Doramas Park und ein Schachturnier auf dem Programm.
200 Musiker feiern fünf Jahre Gran Canaria Community Orchestra
Das Gran Canaria Community Orchestra hat sein fünfjähriges Bestehen mit einem Konzert im Alfredo Kraus Auditorium gefeiert. Mehr als 200 Musiker traten auf und unterstrichen den Anspruch, Menschen unterschiedlicher Niveaus eine Plattform zu bieten und lokale Talente zu fördern.
Das Jubiläumskonzert umfasste Francis Poulencs "Gloria" und betonte die gemeinschaftliche Ausrichtung des Projekts. Mit Workshops und Programmen stärkte das Orchester den Zusammenhalt und stellte kanarische Kompositionen ins Zentrum.
Debatte um Zugehörigkeit: Plakat "Unsere Leute zuerst" sorgt für Diskussion
Ein politisches Plakat auf dem Weg nach Agaete hat eine Debatte über Identität und Zugehörigkeit ausgelöst. Der Autor schildert, wie ihn der Slogan "Unsere Leute zuerst", den die Bürgermeister von Gáldar und Agüimes nutzten, als gebürtigen Einwohner von Las Palmas de Gran Canaria mit Studium in Barcelona und Arbeit an der Universität La Laguna irritierte.
Er argumentiert, an Universitäten zähle Leistung statt Herkunft, und warnt vor politischer Instrumentalisierung von Gruppenlogik. Eine RTVE-Dokumentation mit dem Wissenschaftler Juan Luis Arsuaga habe erklärt, wie Konkurrenz um Ressourcen Konflikte zwischen Gruppen befördere. Für ihn seien "seine Leute" jene, die Anstand und Exzellenz höher bewerteten als Abgrenzung.
Migration auf El Hierro: Kritik an Bischof und ausgebliebener Papst-Besuch
Ein Beitrag kritisiert die Abwesenheit des Papstes auf El Hierro angesichts der Migrationskrise. Seit August 2023 seien rund 50.000 Menschen auf der Insel angekommen, während Einwohner Tragödien miterlebten. Dem Bischof der Diözese der Kanaren, Don José Mazuelos, wird eine ungenaue Begründung mit fehlender Infrastruktur vorgeworfen.
Als Gegenbeispiel nennt der Autor den Besuch der damaligen Fürsten von Asturien 2011 in La Restinga, der trotz logistischer Hürden möglich gewesen sei. Die Kritik richtet sich auch an Papst Leon XIV. und Spaniens Ministerpräsidenten Pedro Sánchez und fordert ein sichtbares Zeichen der Solidarität.






