Das Gericht in Las Palmas hat Miguel Ángel Ramírez erneut von Steuerbetrugsvorwürfen freigesprochen. Die Anklage bezog sich auf die Führung von Seguridad Integral Canaria (SIC) zwischen 2014 und 2016. Die Entscheidung stützt sich auf fehlende Beweise dafür, dass Ramírez in diesen Jahren tatsächlich als Administrator tätig war – diese Rolle hatte Héctor de Armas inne.
Worum es geht (TL;DR)
- Gericht in Las Palmas spricht Ramírez erneut von Steuerbetrugsvorwürfen für 2014 bis 2016 frei.
- Fehlende Beweise für operative Kontrolle über SIC trotz Anteilseigentum von 91,45 Prozent.
- Richterin Parejo fordert verkürztes Verfahren, Mehrheit sieht keine ausreichenden Hinweise für Anklage.
Erneute Prüfung durch anderes Richtergremium
Ein anderes Richtergremium, bestehend aus Pilar Parejo, Arcadio Díaz Tejera und Oscarina Naranjo, kam zum gleichen Ergebnis. Präsidentin Pilar Parejo vertrat jedoch eine abweichende Meinung. Sie sah ausreichende Gründe, um ein Verfahren gegen Ramírez und Héctor de Armas einzuleiten, der seit 2011 Administrator von SIC ist.
Die Entscheidung könnte auch zur Einstellung eines separaten Verfahrens wegen Vermögensverschleierung gegen Ramírez führen, das derzeit von Gericht 5 in Las Palmas de Gran Canaria geprüft wird.
Hintergrund der rechtlichen Auseinandersetzungen
Der Präsident der Unión Deportiva Las Palmas war seit über einem Jahrzehnt in rechtliche Auseinandersetzungen verwickelt. Sie betrafen Betrugsvorwürfe gegen die Sozialversicherung und die Steuerbehörde im Zusammenhang mit SIC. Ramírez hielt bis 2018 91,45 Prozent der Anteile, bevor er sie an De Armas verkaufte.
Ein früherer Fall von 2009 bis 2013, der eine 21-jährige Haftstrafe vorsah, wurde zugunsten von Ramírez entschieden. Grund war die Verfahrensmanipulation durch Richter Salvador Alba, der dafür eine sechsjährige Haftstrafe erhielt.
Untersuchung der Jahre 2014 bis 2016
Der laufende Fall untersucht, ob Ramírez SIC im Hintergrund weiterführte, obwohl Héctor de Armas als Administrator eingetragen war. Die Anklage stützte sich auf Ramírez‘ Anteilseigentum und den Vorwurf, er habe Firmengelder für Schmuckkäufe verwendet.
Das Gericht äußerte Zweifel an den Aussagen von Héctor de Armas, die seinen früheren Angaben widersprachen. Die Richter Díaz Tejera und Naranjo erklärten, dass Ramírez‘ Eigentum nicht automatisch auf eine operative Kontrolle hinweise.
Abweichende Meinung der Präsidentin
Richterin Pilar Parejo argumentierte, dass angesichts der bestehenden Hinweise ein verkürztes Verfahren eingeleitet werden sollte. So könnte die Anklage die mutmaßlichen Straftaten und Ramírez‘ Beteiligung durch eine vorläufige Anklage spezifizieren.











