Bedenken über den Auswahlprozess bei der kanarischen Polizei haben zu einer Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft geführt. Der Vorwurf: Die Regeln wurden verletzt, was den gesamten Prozess für 141 Stellen ungültig machen könnte.
Worum es geht (TL;DR)
- Staatsanwaltschaft untersucht Auswahlprozess für 141 Stellen bei der kanarischen Polizei wegen Regelverstößen.
- Kommissionsvorsitzender Ángel Nichel Acosta soll bis 2021 Kandidaten trainiert haben – trotz Enthaltenspflicht.
- Digitale Beweise und anonyme Beschwerde führten zur Verschiebung der Ernennung erfolgreicher Kandidaten.
Vorwürfe gegen die Prüfungskommission
Kritiker der kanarischen Polizei zweifeln die Objektivität der Prüfungskommission an. Sie haben Beweise wie WhatsApp-Nachrichten und Social-Media-Posts gesammelt. Im Zentrum steht der Vorwurf gegen den Vorsitzenden der Kommission, Inspektor Ángel Nichel Acosta. Er soll in den fünf Jahren vor der Ausschreibung Kandidaten trainiert haben – ein schwerer Interessenkonflikt.
Die umstrittenen Richtlinien für das Auswahlverfahren wurden am 22. November 2023 veröffentlicht. Sie verlangen, dass Mitglieder der Prüfungskommission, die Kandidaten in den letzten fünf Jahren trainiert haben, sich enthalten müssen. Acosta soll mindestens bis 2021 Kandidaten geschult haben.
Digitale Spuren belegen Trainingsaktivitäten
Acosta hinterließ digitale Spuren seiner Aktivitäten in sozialen Medien und WhatsApp-Gruppen. Er ist mit der Forma2-Akademie verbunden, die von seiner Partnerin in Las Palmas betrieben wird. Auf Nachfrage erklärte Acosta, die Akademie habe keine Polizeikandidaten vorbereitet. Doch am 31. Juli 2020 bewarb Forma2 Lehrmaterialien für die kanarische Polizei, die von Acosta erstellt wurden.
Im März 2021 tauchte eine WhatsApp-Nachricht auf, die Klassen von Acosta ankündigte. Ein Kandidat zeichnete eine dieser Klassen auf, in der Acosta die praktische Prüfung erläuterte. Die Aufnahme zeigt, wie er Kandidaten Ratschläge zur Prüfung gibt und seine Telefonnummer für Rückfragen anbietet.
Ernennung und verschobene Einstellungen
Acosta wurde im Dezember 2024 zum Vorsitzenden der Prüfungskommission ernannt. Die Richtlinien verlangen, dass Mitglieder, die in den letzten fünf Jahren Kandidaten trainiert haben, sich enthalten. Die letzte Phase der Auswahl fand im September statt. Danach äußerten Kandidaten Bedenken über die Transparenz und Objektivität der Kommission.
Eine anonyme Beschwerde an die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft beschreibt angebliche Unregelmäßigkeiten und Vetternwirtschaft. Die Sicherheitsabteilung unter Nieves Lady Barreto hat bisher nicht auf Anfragen zu den Vorwürfen reagiert. Die Ernennung der erfolgreichen Kandidaten zur Akademie wurde verschoben.











