Gran Canaria meldet Rekordpreise am Wohnungsmarkt, das Rathaus von Las Palmas schreibt 85 Stellen aus, und eine Vermisstensuche hält die Insel in Atem. Ein Überblick über die aktuellen Entwicklungen.
Rekordpreise am Wohnungsmarkt auf Gran Canaria
Die Kanarischen Inseln haben im ersten Quartal durchschnittlich 2.234 Euro pro Quadratmeter erreicht. Laut Statistik des spanischen Wohnungsministeriums lagen die Preise damit das dritte Quartal in Folge über 2.000 Euro. Im Jahresvergleich stiegen sie im Archipel um 13,6 Prozent. Bei Neubauten betrug der Zuwachs zwölf Prozent – laut dem Bericht der höchste Wert in ganz Spanien.
Die Entwicklung steht im Widerspruch zum Wohnungsdekret der Regierung von Fernando Clavijo, das vor mehr als zwei Jahren eingeführt worden war. Die Koalition aus CC und PP setzt auf mehr Neubau und Umwandlungen, lehnt aber die Anwendung des nationalen Wohnrechts ab. Clavijo wies zudem die Einstufung von Las Palmas de Gran Canaria als angespannte Zone zurück. Ein Bericht des Verbraucherministeriums gemeinsam mit dem CSIC nannte 64,9 Prozent der Vermieter als Eigentümer von mehr als zwei Immobilien.
Las Palmas de Gran Canaria schreibt 85 Stellen für 2026 aus
Der Stadtrat von Las Palmas de Gran Canaria hat die öffentliche Stellenausschreibung für 2026 mit 85 Positionen beschlossen. Davon entfallen 48 auf offene Stellen, die durch Pensionierungen und Abgänge entstanden sind, sowie 37 auf interne Beförderungen. Ausgeschrieben werden unter anderem Profile aus Verwaltung, Technik, Recht, Gesundheit sowie dem Sicherheits- und Notfallbereich.
Personalstadträtin Esther Martín erklärte, das Paket stärke die Personalplanung und unterstütze eine modernere Verwaltung. Die Auswahlverfahren sollen nach den Grundsätzen Gleichheit, Verdienst, Fähigkeit und Transparenz ablaufen. Zudem sieht die Stadt Reservierungen für Menschen mit Behinderungen vor.
Suchaktion nach vermisster 39-Jähriger in Las Palmas
Die Organisation SOS Desaparecidos hat einen dringenden Suchaufruf nach Marta G.C. veröffentlicht. Die 39-Jährige gilt als gefährdet und wird seit Freitag in Las Palmas de Gran Canaria vermisst. Sie ist laut der Organisation 1,60 Meter groß, stämmig, hat braune Augen und braune Haare.
Hinweise nimmt SOS Desaparecidos telefonisch unter 868 286 726 oder per E-Mail an [email protected] entgegen. Die Organisation bat darum, jede Beobachtung zeitnah zu melden.
Sánchez-Besuch in Arguineguín bleibt ohne Proteste
Der Besuch von Spaniens Premierminister Pedro Sánchez und Papst León XIV. am Donnerstag im Hafen von Arguineguín verlief ruhig. Mogáns Bürgermeisterin Onalia Bueno hatte Sánchez‘ Anwesenheit abgelehnt und zum Widerstand aufgerufen – ohne Resonanz. Vor Ort begrüßten viele Menschen den Regierungschef oder machten Fotos; auch Minister Ángel Víctor Torres wurde wohlwollend empfangen.
Kritik kam laut Berichten vor allem aus konservativen Medien wie Libertad Digital, ABC und El Español. Die Brüder José Luis und Juan Carlos Sánchez aus Vecindario, die Ferienimmobilien in Arguineguín besitzen, äußerten sich in der Sendung Cuatro "En boca de todos" kritisch und verwiesen auf die Pandemiezeit am Hafen. Bueno behauptete zudem, der Friedhof sei wegen Migranten erweitert worden – obwohl die Arbeiten bereits 2019 begonnen hatten.
Gewerkschaftsproteste zur Sozialversicherung auch in Las Palmas
Gewerkschaften haben landesweite Proteste gegen ausbleibende Sozialreformen angekündigt; Las Palmas de Gran Canaria gehört zu den betroffenen Städten. UGT, CSIF, CCOO und CIG begründen die Mobilisierung mit nicht eingehaltenen Vereinbarungen der Regierung und wachsender Arbeitsbelastung. Die Aktionen begannen am 17. Juni und richten sich gegen Dienststellen der Sozialversicherung.
Als Streitpunkte nennen die Gewerkschaften die Besetzung offener Stellen, Stabilisierung und Verjüngung der Belegschaft, Telearbeit, berufliche Förderung sowie die Verhandlung von Arbeitsbedingungen. Sie kündigten an, die Proteste fortzusetzen, bis das Ministerium für Inklusion, Sozialversicherung und Migration die vereinbarten Maßnahmen umsetzt.
Kanarische Kochtechniken der Ureinwohner: neue Erkenntnisse
Ein Bericht beschreibt, wie kulinarische Techniken der Ureinwohner der Kanarischen Inseln bis heute nachwirken – etwa beim Salzen und Trocknen von Fisch oder bei der Herstellung von Gofio. Als Belege dienen Funde aus Museen wie El Museo Canario in Las Palmas sowie Werkzeuge aus Phonolith und Obsidian. Isotopenanalysen zeigen demnach, dass Meeresfrüchte in der Ernährung eine größere Rolle spielten als Fleisch.
Die Ichthyologin Carmen Gloria Rodríguez untersuchte laut dem Bericht die Verarbeitung und Konservierung mariner Ressourcen. An zwei Fundstätten auf Gran Canaria fand sie Hinweise auf das Schuppen von Fisch; die Analyse von Ziegenhörnern bestätigte deren Nutzung als Werkzeug. Für eine Käseproduktion vor dem 15. Jahrhundert gab es dagegen keine Belege.
Papstfoto auf Teneriffa löst Debatte über Fremdenfeindlichkeit aus
Ein Foto von Papst Leo XIV., der auf Teneriffa ein schwarzes Kind umarmte, hat eine Debatte über Mitgefühl und den Schutz Schwächerer ausgelöst. Die Autorin Elsa López deutete das Bild als Botschaft einer Kirche, die unabhängig von Zugehörigkeit zur Anerkennung des Guten aufrufe. Der Text stellte die Szene in einen größeren Kontext von Kolonialgeschichte und der Verantwortung westlicher Staaten.
Der Beitrag wandte sich gegen fremdenfeindliche Diskurse und forderte mehr Nächstenliebe gegenüber Asylsuchenden. Er verband die Symbolik des Fotos mit Kritik an Ausbeutung, Gewalt und Armut, die Menschen zur Flucht zwingen.






