Musik bei politischen Kundgebungen: Ein Ritual der Vereinnahmung
Worum es geht (TL;DR)
- Musik bei politischen Kundgebungen wird zunehmend zur Vereinnahmung genutzt, etwa Patti Smith bei PP-Demos.
- Die Aneignung von Musik wirft Fragen zur Identitätsbildung auf den Kanaren auf.
- Juan Ferrera Gils Kurzgeschichten reflektieren meta-literarische Bewusstheit und kanarische Identität.
29/11/2025
Enralo beschreibt einen Gemütszustand, in dem unreflektierte Freude dominiert und der Betroffene Diskretion und Selbstkontrolle verliert, so Millares Cubas im Lexikon von Gran Canaria.
30/11/2025
Bei einer Demonstration am Debod-Tempel wurde ‚People Have the Power‘ von Patti Smith gespielt. Solche Playlists bei Kundgebungen, einst nur bunte Tupfer in Wahlchroniken, haben sich verändert. Die Vermischung von Patti Smith mit der PP wirkt befremdlich. Diese Praxis, Musik für politische Zwecke zu nutzen, sollte überdacht werden. Die Vermischung von Anarchismus und politischem Mainstream wirft Fragen auf. Was bleibt, wenn es nichts zu sehen gibt? Die Bedeutung entsteht oft aus dem Trivialen.
Musik und Identität auf den Kanaren
01/12/2025
Patrick Batemans Analyse von Phil Collins‘ ‚No Jacket Required‘ zeigt, wie Leere zum Zeichen wird. Diese Tendenz, Musik bei politischen Veranstaltungen zu nutzen, wirft die Frage auf, ob dies zur Identitätsbildung beiträgt. Die Technologie, die diese Praxis ermöglicht, formt Identitäten in konsumierbaren Formaten.
02/12/2025
Ich fragte mich, ob diese Playlists mehr als nur eine groteske Beigabe sind. Die Aneignung und Umdeutung von Musik und Mythen könnte etwas über Identitätsbildung aussagen. Die Krise des Schreibens und der literarischen Tradition als Identitätsquelle steht im Hintergrund.
Die Rolle der Zitation in der Literatur
03/12/2025
Friedrich Hebbel beschreibt in seinem Tagebuch die Vereinnahmung von Identitäten als Symbol. Zitationen sind gefährlich, da sie Fragmente von Bedeutung vereinnahmen. Blanchot sieht das Zitat als gewaltsamen Akt gegen den Kontext.
05/12/2025
Juan Ferrera Gil, ein kanarischer Kurzgeschichtenautor, wurde mir dieses Jahr vorgestellt. Seine Geschichten reflektieren eine meta-literarische Bewusstheit und spielen in Arucas zwischen dem 19. Jahrhundert und 1975.
Insularität und Identität auf den Kanaren
20/12/2025
Die Charaktere in Ferrera Gils Geschichten erkennen sich als geschriebene Wesen. Ihre Existenz in der kollektiven Geschichte wird durch das Schreiben gesichert. Die Veröffentlichung seiner Sammlung war eine Überraschung und eines der interessantesten kanarischen Bücher dieses Jahres.
26/12/2025
Die Verschiebung als Bedingung der Insularität der Kanaren. Nilo Palenzuela beschreibt die insulare Identität als historisch bedingt und durch Reisen und Übersetzungen geprägt.
28/12/2025
Cairasco und Quesada verkörpern zwei Ansätze, sich zum kolonialen Raum zu positionieren: Ankunft versus Flucht.
Quelle: Canarian News











