Eine neue Studie zeigt, dass der Teide als das interessanteste kulturelle Wahrzeichen auf den Kanarischen Inseln gilt. In der bisher größten Untersuchung zur Identität und zum Erbe im Archipel identifizierten sich 41 Prozent der Befragten in erster Linie als Kanarier und nicht als Spanier. Die Forschung führte die Generaldirektion für Kultur und Kulturerbe der Kanarischen Regierung im Jahr 2025 durch. Über 2.000 Einwohner aller Inseln nahmen teil. Ziel war es, die Faktoren zu analysieren, die die persönliche, soziale und territoriale Identität der kanarischen Bevölkerung prägen, sowie ihre Verbindung zu materiellem und immateriellem Erbe.
Worum es geht (TL;DR)
- 41 Prozent der Befragten fühlen sich mehr als Kanarier denn als Spanier.
- Über 90 Prozent halten Schutz und Erhaltung des kanarischen Erbes für wichtig.
- Der Teide gilt als das interessanteste kulturelle Wahrzeichen der Kanarischen Inseln.
Selbstwahrnehmung der Kanarier
Bei der Selbstidentifikation fühlten sich 41,3 Prozent der Befragten mehr als Kanarier denn als Spanier. Im Gegensatz dazu identifizierten sich 43,4 Prozent gleichermaßen als Kanarier und Spanier, während nur 11,1 Prozent sich ausschließlich als Kanarier sahen, was mit Unabhängigkeitsbestrebungen in Verbindung steht. Lediglich 3,1 Prozent definierten sich mehr als Spanier denn als Kanarier, 0,5 Prozent ausschließlich als Spanier und 0,4 Prozent identifizierten sich mit keiner der beiden Kategorien. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Selbstwahrnehmung der kanarischen Identität auf einem Modell der Mehrfachzugehörigkeit basiert. Lokale Bindungen zu Ort oder Insel sowie natürliche Merkmale wie Landschaft und Klima sind die primären Identifikationsfaktoren.
Kulturelle Gewohnheiten und Umgang mit Erbe
Der zweite Teil der Studie konzentriert sich auf kulturelle Gewohnheiten und die Beziehung der Bürger zum Erbe. Über 90 Prozent der Bevölkerung halten den Schutz, die Erhaltung und die Förderung des kanarischen Erbes für wichtig oder sehr notwendig. Bei kulturellen Aktivitäten bevorzugen die Menschen Veranstaltungen im Freien wie lokale Feste und Ausflüge in die Natur statt Indoor-Veranstaltungen wie Konferenzen oder Museumsbesuche. Die Bürger priorisieren öffentliche Investitionen in die Erhaltung historischer Zentren und Immobilien. Insgesamt wird der Zustand des Kulturerbes positiv bewertet. Das Erbe wird als emotionale Bindung und Zugehörigkeitsgefühl wahrgenommen, über seine materielle Dimension hinaus, zusammen mit der Anerkennung repräsentativer Erbelemente von jeder Insel, sowohl materiell als auch immateriell.
Bedeutende Symbole des kanarischen Erbes
Auf die Frage, welche kulturellen Wahrzeichen von anderen Inseln sie am interessantesten finden, nannten die Befragten mehrere bedeutende Symbole der Kanarischen Inseln. Der Teide ragt heraus, gefolgt von Garajonay auf La Gomera, Timanfaya und Jameos del Agua auf Lanzarote, Roque Nublo auf Gran Canaria und den Dünen von Maspalomas auf Gran Canaria.
Küsten- und Bergpräferenzen der Bevölkerung
Die Bevölkerung fühlt sich stärker mit der Küste und den Stränden (durchschnittlich 8,3 Prozent) als mit Bergen und Schluchten (7,8 Prozent) verbunden. Dieser Trend ist auf den meisten Inseln außer La Palma zu beobachten, wo das Gegenteil der Fall ist. Auf den östlichen Inseln, die niedriger und trockener sind, ist der Unterschied zwischen der Küsten- und Bergidentifikation signifikant. Bei Personen über 75 Jahren gibt es weniger Identifikation mit der Küste, während die Affinität zu Berggebieten ab dem Alter von 45 Jahren zunimmt.
Die Studie zeigt, dass die zeitgenössische kanarische Identität aus einem Gleichgewicht individueller, sozialer und territorialer Faktoren besteht. Sie repräsentiert eine Bürgerschaft, die durch Vielfalt, Verwurzelung und das Nebeneinander mehrerer Identitäten innerhalb eines gemeinsamen kulturellen Raums gekennzeichnet ist. Diese in Umfang und Tiefe beispiellose Untersuchung dient als wesentliches Werkzeug zum Verständnis der aktuellen sozialen und kulturellen Dynamik des Archipels. Sie bietet wichtige Informationen für die Gestaltung öffentlicher Politiken in Bezug auf Kultur, Erbe und Identität.
Die demografische Studie wurde in der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln zwischen dem 16. und 31. Juli 2025 durchgeführt. Sie basiert auf 2.000 telefonischen Interviews, die durch das CATI-System unterstützt wurden. Verwendet wurde eine mehrstufige Zufallsstichprobe, die nach Inseln geschichtet und nach Quoten von Geschlecht und Alter angepasst wurde, um die Repräsentativität zu gewährleisten.











