Präsident Fernando Clavijo hat dem TMT International Observatory LLC schriftlich die Unterstützung der Kanarischen Regierung für den Bau des Großteleskops auf La Palma zugesichert. In seinem Schreiben an das internationale Konsortium mit Sitz in Pasadena, USA, erklärte Clavijo, er wolle aktiv dazu beitragen, dass der Archipel als Standort für dieses weltweit bedeutende astronomische Projekt ausgewählt werde. Er betonte, das Vorhaben sei technisch und administrativ umsetzbar und würde die wirtschaftliche Diversifizierung der Kanarischen Inseln stärken.
Clavijo hob hervor, dass der Bau des Dreißig-Meter-Teleskops (TMT) am Observatorium Roque de los Muchachos auf La Palma nicht nur realisierbar sei, sondern auch einen entscheidenden Impuls für die gesamte Region bedeute. Das Projekt passe zu den strategischen Zielen der Kanarischen Regierung und werde von der lokalen Bevölkerung unterstützt. Zudem verwies er auf das langjährige Engagement der Inseln für Wissenschaft und den Schutz des Nachthimmels.
TMT-Projekt auf La Palma rückt in den Fokus
Der Präsident bekräftigte gegenüber dem TMT International Observatory LLC die Bereitschaft der Kanarischen Regierung, weiterhin eng mit dem Instituto de Astrofísica de Canarias (IAC), anderen Behörden und internationalen wissenschaftlichen Institutionen zusammenzuarbeiten. Clavijo betonte, dass die Gesellschaft auf den Kanaren hinter dem Vorhaben stehe und die Region erneut ihr Bekenntnis zur Astrophysik unter Beweis stellen wolle.
Mit seinem Schreiben will Clavijo die Bewerbung La Palmas stärken, nachdem der spanische Staat vor einer Woche sein offizielles Angebot für das Projekt erhöht hatte. Wissenschaftsministerin Diana Morant kündigte eine finanzielle Beteiligung von 400 Millionen Euro an – doppelt so viel wie die bisherige Zusage Spaniens im Wettbewerb mit Hawaii um das TMT.
Spanische Regierung erhöht Unterstützung für TMT auf La Palma
Clavijo bezeichnete die Zusage der spanischen Regierung als „historischen Meilenstein“, der das gemeinsame Engagement für Wissenschaft, Technologie und Innovation unterstreiche. Neben der Unterstützung der Kanarischen Regierung erinnerte Clavijo das internationale Konsortium daran, dass auch der spanische Kongress und das Cabildo von La Palma die Bewerbung unterstützen.
Das spanische Parlament hatte am 17. September 2019 einstimmig eine Erklärung zur Unterstützung des TMT am Observatorium Roque de los Muchachos im palmerischen Puntagorda verabschiedet. Darin wurden die natürlichen Bedingungen der Inseln und der Rückhalt der Institutionen hervorgehoben. Diese Unterstützung sei weiterhin aktuell, wie eine kürzlich vom Cabildo von La Palma angenommene Resolution zeige, die die spanische Regierung auffordert, die nötigen Maßnahmen für die Ansiedlung des TMT zu ergreifen.
La Palma als Alternative zu Hawaii für das TMT
Das Ziel des TMT-Konsortiums ist der Bau und Betrieb eines der weltweit fortschrittlichsten Teleskope mit einem 30 Meter großen Hauptspiegel – zwölfmal größer als der des Hubble-Weltraumteleskops. Damit zählt das Projekt zu den ambitioniertesten wissenschaftlichen Infrastrukturen für die optische und infrarote Astronomie.
Ursprünglich galt Hawaii mit dem Standort Mauna Kea als Favorit, doch Finanzkürzungen unter Donald Trump und der starke Widerstand der hawaiianischen Ureinwohner gegen einen Bau auf dem als heilig geltenden Berg haben die Chancen von La Palma deutlich erhöht. Das Konsortium prüft die Kanarische Insel seit Beginn als Alternative zu den pazifischen Inseln.




