Die Bewohner der Kanarischen Inseln sprechen sich deutlich für den Erhalt ihres kulturellen Erbes aus. Das zeigt eine umfassende Studie zur Identität und zum Erbe, die die Generaldirektion für Kultur und Kulturerbe der Kanarischen Inseln geleitet hat. Grundlage waren Umfragen mit über 2000 Bewohnern aller Inseln, die 2025 durchgeführt wurden.
Worum es geht (TL;DR)
- Über 90 Prozent der Kanarier halten den Schutz des kulturellen Erbes für wichtig.
- Die Mehrheit bewertet den Erhaltungszustand als sehr gut oder angemessen gut.
- Investitionen in historische Zentren und Kulturbauten haben höchste Priorität bei den Befragten.
Hoher Stellenwert des kulturellen Erbes
Über 90 Prozent der Befragten halten den Schutz und die Erhaltung des kulturellen Erbes für wichtig. Fast die Hälfte (44,8 Prozent) bewertet ihn sogar als "sehr wichtig". Nur 7,1 Prozent messen dieser Aufgabe weniger Bedeutung bei – wobei dieser Anteil bei den jüngsten (18 bis 24 Jahre) und ältesten Altersgruppen (über 75 Jahre) auf über 14 Prozent steigt.
Erhaltungszustand wird positiv bewertet
Die Mehrheit der Kanarier beurteilt den aktuellen Erhaltungszustand positiv: 42,6 Prozent bewerten ihn als "sehr gut", 50,2 Prozent als "angemessen gut erhalten". Nur 7,2 Prozent äußern sich negativ und halten das Erbe für "schlecht erhalten".
Historische Zentren und Kulturgüter haben Priorität
Bei öffentlichen Investitionen stehen Maßnahmen zur Erhaltung historischer Zentren und wertvoller Kulturgüter an erster Stelle. 33,8 Prozent der Teilnehmer halten Investitionen in historische Zentren für "sehr notwendig", 27,5 Prozent unterstützen die Restaurierung von Kulturbauten. Auch der Schutz und die Verbreitung traditionellen Wissens (27,2 Prozent) sowie Forschung und Verbreitung des Erbes (23,6 Prozent) finden beachtliche Unterstützung.
Kulturelle Aktivitäten und archäologische Ausgrabungen erhalten weniger Zustimmung: 22,4 beziehungsweise 16 Prozent erachten sie als "sehr notwendig". Der Kauf von Gemälden für Museen ist mit nur 10,3 Prozent die am wenigsten priorisierte Maßnahme – mehr als die Hälfte der Bevölkerung (51,7 Prozent) hält sie für unnötig.
Teide und Garajonay als wichtigste Symbole
Auf die Frage nach interessanten Erbelementen anderer Inseln nannten die Befragten spontan mehrere Symbole der Kanarischen Inseln. Der Teide stach besonders hervor, gefolgt von Garajonay (La Gomera), Timanfaya und Jameos del Agua (Lanzarote), Roque Nublo (Gran Canaria) und den Dünen von Maspalomas (Gran Canaria).
Methodik der Studie
Die demografische Studie wurde in der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln vom 16. bis 31. Juli 2025 durchgeführt und basierte auf 2000 telefonischen Interviews, die mit dem CATI-System unterstützt wurden. Es wurde eine mehrstufige Zufallsstichprobe verwendet, die nach Inseln geschichtet und nach Geschlecht und Altersquoten angepasst wurde, um die Repräsentativität zu gewährleisten.











