Die Asociación de Viticultores y Bodegueros de Canarias (AVIBO) hat die Maßnahmen der Verwaltung gegen die Filoxera-Plage auf Teneriffa kritisiert. Sie forderte ein Vorgehen, das auf wissenschaftlicher Genauigkeit und Zusammenarbeit basiert.
AVIBO äußerte große Besorgnis über die Reaktion der Behörden auf den Befall mit Filoxera auf Teneriffa. Die Organisation bemängelte die „Unverhältnismäßigkeit und Inkohärenz“ der angekündigten Maßnahmen und forderte ein wissenschaftlich fundiertes Handeln.
AVIBO fordert wissenschaftlich fundiertes Vorgehen auf Teneriffa
Bereits zu Beginn der Krise aktivierte AVIBO ein multidisziplinäres Team, das ein umfassendes Filoxera-Bericht erstellte und den zuständigen Behörden innerhalb einer Woche nach Entdeckung des Problems übermittelte. Trotz dieser Bemühungen kritisierte die Organisation, dass ihre Vorschläge nicht berücksichtigt wurden.
Die Forderung nach einem technischen Bericht für jede Ernte, die an Weingüter außerhalb der traditionellen Anbaugebiete geliefert wird, hält die Vereinigung für unpraktikabel. Dies würde die Inspektion von mehr als 1000 Parzellen während der Erntezeit erfordern, ohne dass genügend Personal zur Verfügung steht. Diese Maßnahme könnte die laufende Weinkampagne überlasten.
Filoxera-Befall auf Teneriffa: Maßnahmen in der Kritik
Offiziellen Angaben zufolge wurden bisher nur 30 infizierte Rebstöcke auf einer sehr kleinen Fläche entdeckt, viele davon auf einem Grundstück im Besitz der Regierung. Angesichts der über 10 Millionen Rebstöcke auf Teneriffa argumentiert AVIBO, dass die Reaktion auf die betroffene Zone beschränkt werden sollte, während die Überwachung auf der restlichen Insel verstärkt wird, ohne wahllose Einschränkungen zu verhängen.
Die Organisation kritisiert zudem die Ineffizienz des organisatorischen Modells, das die Verwaltung dem Weinsektor auferlegt hat, geprägt von „populistischen Entscheidungen, die fernab von wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Kriterien“ getroffen wurden. Die Weinbaufläche auf den Kanaren umfasst fast 7000 Hektar mit über 8000 Winzern, leidet jedoch seit über einem Jahrzehnt unter einem Rückgang, der jährlich 300 Hektar kostet und keinen Generationswechsel ermöglicht.
AVIBO bedauerte auch die Ablehnung einer Subvention von mehr als einer Million Euro, die zur Sanierung von Rebsorten vorgesehen war und geholfen hätte, die Krise besser zu bewältigen. „Nur ein Ansatz, der auf wissenschaftlicher Genauigkeit, Proportionalität und Zusammenarbeit basiert, wird es ermöglichen, diese Krise zu überwinden, ohne den Sektor irreversibel zu gefährden“, betonte die Vereinigung in ihrer Mitteilung.









