Candelaria Delgado hat am Mittwoch die Opposition im Parlament der Kanarischen Inseln beschuldigt, absichtlich falsche Angaben zum Thema Abhängigkeit gemacht zu haben. Die Sozialministerin betonte, dass ihr Ressort eine durch frühere Regierungen verursachte Verwaltungskrise übernommen habe.
Delgado erklärte, dass mehr als 8000 Anträge auf Unterstützung unbearbeitet geblieben seien, als sie ihr Amt antrat. Sie warf der Vorgängerregierung vor, diese Anträge absichtlich zurückgehalten zu haben, um die Wartelisten zu verschleiern. „Die 8000 unbearbeiteten Anträge gehören Ihnen, nicht mir. Sie haben die Anträge in einer Schublade versteckt, um die Zahlen zu schönen und den Eindruck zu erwecken, das System funktioniere“, sagte Delgado.
Abhängigkeit auf den Kanaren: Streit im Parlament um Zahlen und Verantwortung
Die Ministerin reagierte damit direkt auf Kritik der Sozialisten. Sie warf der PSOE vor, den größten „stillen Betrug“ in der jüngeren Geschichte des Abhängigkeitssystems auf den Kanaren verursacht zu haben. Delgado wies die Behauptung zurück, das Versorgungsniveau sei gesunken. Sie erklärte, dass nun alle offenen Fälle erfasst würden, was zu einem Anstieg der Wartelisten geführt habe.
Zudem kritisierte Delgado das fehlende Engagement der spanischen Zentralregierung bei der Finanzierung der Abhängigkeit auf den Inseln. Sie forderte die Opposition auf, sich in Madrid für eine gerechte Kostenbeteiligung einzusetzen. „Warum fordern Sie nicht von Ihrer Regierung in Madrid, dass sie die Kanaren so behandelt wie andere Regionen? Das Gesetz sieht eine Kostenbeteiligung von 50 Prozent vor, die in anderen Autonomien auch gezahlt wird“, sagte Delgado.
Familienpolitik und Sozialleistungen im Fokus
Die Ministerin wies die Behauptung zurück, dass Säuglinge in Schutzheimen zur Adoption freigegeben würden. Sie betonte, dass es auf den Kanaren einen Mangel an Pflegefamilien gebe. „Wir haben keine Pflegefamilien, weil Sie das System absichtlich abgebaut und den Bestand auf null gesetzt haben“, so Delgado. Sie unterstrich die Notwendigkeit von Übergangsfamilien für Kinder in laufenden Familienzusammenführungen.
Delgado forderte zudem eine Reform des Sozialversicherungsgesetzes auf nationaler Ebene, um die Zuschläge für nicht beitragsgebundene Renten zu verbessern. Ihr Ressort arbeite eng mit den Gemeinden an Regelungen zur Begleitung und Integration von benachteiligten Familien.
Sozialpolitik auf den Kanaren: Regierung setzt auf Strukturreformen
Die Ministerin betonte, dass die Regionalregierung nach zwei Jahren Amtszeit die Grundlage für einen tiefgreifenden Wandel der Sozialpolitik auf den Kanaren gelegt habe. „Wir werden weiterhin Wartezeiten bei der Abhängigkeit verkürzen, Fortschritte bei der Inklusion sichern, finanzielle Gerechtigkeit vom Staat einfordern und alle Programme für Gleichstellung, Senioren, Jugend und Armutsbekämpfung stärken“, erklärte Delgado.
„Sozialpolitik ist kein Luxus. Sie ist Gerechtigkeit. Um unsere Ziele zu erreichen, ist institutionelle Zusammenarbeit unerlässlich“, betonte sie abschließend.

