Gran Canaria und Teneriffa haben am Donnerstag die Einführung des sogenannten ‚Céntimo Forestal‘ beschlossen. Die neue Umweltabgabe von einem Cent pro Liter Kraftstoff soll gezielt der Prävention von Waldbränden und dem Schutz der Inselökosysteme dienen. Beide Inselverwaltungen verfolgen damit das Ziel, eine stabile Finanzierung für Maßnahmen zur Wiederherstellung von Naturflächen und zur Verbesserung der Forstinfrastruktur sicherzustellen.
Der Regierungsrat des Cabildo von Gran Canaria leitete am Donnerstag das Verwaltungsverfahren zur Änderung der Steuerordnung für den Kraftstoffverbrauch ein. Künftig wird ein Zuschlag von 0,01 Euro pro Liter ausschließlich für Umweltzwecke erhoben. Die Verwaltung bezeichnet die Maßnahme als gerecht, wirtschaftlich wenig belastend, aber ökologisch und gesellschaftlich wertvoll. Sie folgt dem europäischen Prinzip der Umweltbesteuerung und dem Verursacherprinzip. Nach Angaben des Cabildo entspricht die Abgabe einem Euro pro 100 Liter Kraftstoff.
Umweltabgabe auf Gran Canaria zur Prävention von Waldbränden
Die Einnahmen aus dem Céntimo Forestal sollen in die Vorbeugung von Bränden, die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme und den Bodenschutz fließen. Zusätzlich werden Mittel für nachhaltige Mobilitätsprojekte bereitgestellt. Als Steuerpflichtige gelten die Betreiber der Tankstellen, während die Kraftstoffhändler als Ersatzschuldner fungieren. Die Inselverwaltung betont, dass die Maßnahme eine dringende Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels darstellt.
Auch das Plenum des Cabildo von Teneriffa hat die gleiche Abgabe mit identischem Zweck und Betrag verabschiedet. Die Initiative wurde vom Kanarischen Klimarat vorbereitet, einem beratenden Gremium aus 17 unabhängigen Experten für Nachhaltigkeit, Biodiversität und Forstwirtschaft. Die neue Abgabe gilt nicht für den gewerblichen Verkehr, landwirtschaftliche Fahrzeuge, Taxis, Linienbusse oder essentielle öffentliche Dienste.
Teneriffa setzt auf gezielten Umweltschutz durch neue Abgabe
Jeder eingenommene Cent wird konkret für Brandschutzstreifen, Aufforstungen und die Instandhaltung von Waldwegen verwendet. Die Inselverwaltung betont, dass die Abgabe keine Belastung für Familien oder die Wirtschaft darstellt, sondern als direkte Investition in die Sicherheit und Gesundheit der Insel gesehen werden soll.
Beide Inselregierungen sehen im Céntimo Forestal ein modernes Instrument der Umweltpolitik. Vergleichbare Modelle existieren bereits in Ländern wie der Schweiz, Frankreich oder Deutschland, wo ähnliche Mechanismen zur Finanzierung des Naturschutzes eingesetzt werden.
Vorbildfunktion für ökologische Verantwortung auf den Kanaren
Die neue Regelung wird nun offiziell veröffentlicht und durchläuft anschließend das gesetzlich vorgesehene Anhörungsverfahren. Sollte sie endgültig verabschiedet werden, könnte sie als insulares Vorbild für ökologische und fiskalische Verantwortung auf den Kanarischen Inseln dienen.











