Die Unternehmervereinigung CEOE Tenerife hat vor einem drohenden wirtschaftlichen Rückschritt auf den Kanaren gewarnt. Am Freitag stellte die Organisation ihren aktuellen Konjunkturbericht für das zweite Quartal 2025 vor. Darin betonte sie, dass die Wirtschaft des Archipels zwar weiterhin wachse, das Wachstum jedoch an Tempo verliere und strukturelle Ungleichgewichte die künftige Stabilität gefährdeten.
Pedro Alfonso, Präsident der Unternehmervereinigung von Santa Cruz de Tenerife, leitete die Präsentation. Anwesend war auch José Miguel González, Direktor für Beratung und Vertriebsmanagement bei Corporación 5. Der Bericht fordert ein rasches Handeln, um eine wirtschaftliche Obsoleszenz zu verhindern.
Wirtschaftliche Herausforderungen auf Teneriffa: Investitionen und Wohnungsmarkt im Fokus
CEOE Tenerife sieht dringenden Handlungsbedarf bei Investitionen, Wohnungsbau und politischer Stabilität. Alfonso erklärte, die nach der Pandemie einsetzende Wachstumsphase sei an ihre Grenzen gestoßen. Er mahnte, die Kanarischen Inseln müssten sich jetzt auf eine wettbewerbsfähigere, diversifizierte und nachhaltige Wirtschaft ausrichten, um Risiken vorzubeugen.
Besonders kritisch sei die Lage am Wohnungsmarkt. Die Preise steigen, das Angebot bleibt knapp. „Die Unternehmer werden das Wohnungsproblem nicht über die Löhne lösen. Das ist absolut unmöglich“, sagte Alfonso. Er kritisierte die mangelnde Initiative der Regionalregierung beim Bau von Sozialwohnungen und bei der Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft. Nach Ansicht von CEOE Tenerife könnten bereits kostengünstige Maßnahmen kurzfristig das Angebot erweitern und die Preise senken.
Rechtliche Unsicherheit und fehlende Haushalte bremsen Investitionen
Der Bericht hebt zudem die wachsende rechtliche Unsicherheit und politische Instabilität hervor, die insbesondere internationale Investitionen erschweren. Alfonso forderte die Regionalregierung auf, ihr Versprechen zur Senkung der indirekten Kanarensteuer (IGIC) einzuhalten, um die Wirtschaft zu beleben.
Das Fehlen eines Staatshaushalts und die institutionelle Unsicherheit verschärfen laut CEOE Tenerife die Lage und erfordern entschlossene, gemeinsame Entscheidungen.
Arbeitsmarkt auf den Kanaren: Hoher Krankenstand und Fachkräftemangel
José Miguel González wies auf erhebliche Probleme auf dem Arbeitsmarkt hin. Der Krankenstand auf den Kanaren liegt über dem Landesdurchschnitt, viele Stellen bleiben unbesetzt. Dies zeige, dass die Qualifikationen der Arbeitskräfte und die Anforderungen der Unternehmen auseinanderklaffen. „Die Lücke zwischen offenen Stellen und hoher Arbeitslosigkeit bleibt besorgniserregend“, betonte González.
Zum Abschluss ruft CEOE Tenerife die Regionalregierung zu mehr Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft, einer schnelleren Umsetzung europäischer Fördermittel und einer stärkeren Einbindung der Unternehmen in die Wirtschaftspolitik auf. „Nur wenn wir ein unternehmensfreundliches Umfeld schaffen, können wir hochwertige Chancen für die Menschen ermöglichen“, so Alfonso.


