Der CIT von Santa Cruz hat berichtet, dass die Kanaren im Jahr 2024 mehr als 22 Millionen Touristen empfangen haben. Diese Zahl liegt vier Millionen über den offiziellen Statistiken, die nur 18 Millionen Besucher ausweisen.
Das Centro de Iniciativas y Turismo (CIT) von Santa Cruz de Tenerife hat darauf hingewiesen, dass die tatsächliche touristische Belastung der Kanarischen Inseln weit über den offiziellen Angaben liegt. Die Organisation spricht von einem „unsichtbaren Tourismus“: Millionen von Besuchern, die Ressourcen verbrauchen und Infrastrukturen nutzen, aber in den offiziellen Aufzeichnungen nicht auftauchen. Diese Diskrepanz führe zu einer Belastung von zehn Touristen pro Einwohner, was weltweit einzigartig sei.
Tourismus auf Teneriffa: Unsichtbare Besucher und ihre Auswirkungen
Ein Hauptgrund für diese Abweichung sind laut CIT die Ferienwohnungen, deren offizielle Auslastung 2024 nur 26 Prozent betrug. Diese Zahl sei unrealistisch und werde der Schattenwirtschaft zugeschrieben. Viele Eigentümer vermieten ihre Unterkünfte ohne Anmeldung, was die Unsichtbarkeit vieler Touristen erklärt.
Die Folgen dieser statistischen Unterschätzung sind laut CIT gravierend: Überlastete Krankenhäuser, verstopfte Straßen, Druck auf Wassernetze und steigende Immobilienpreise. Die Planung der öffentlichen Dienste basiere auf 20,2 Millionen Personen pro Jahr, obwohl tatsächlich 24,2 Millionen berücksichtigt werden müssten.
Wirtschaftliche Auswirkungen und Forderungen des CIT
Der CIT schätzt, dass die mit dem unsichtbaren Tourismus verbundene Schattenwirtschaft zu einem jährlichen Steuerverlust von mehr als 600 Millionen Euro führt, was 273 Euro pro Einwohner entspricht. Die Organisation fordert keine Reduzierung des Tourismus, sondern eine ehrliche statistische Erfassung und eine realistische Planung.
Um dieser Situation zu begegnen, schlägt der CIT einen Aktionsplan vor, der eine unabhängige Überprüfung des Tourismus auf den Kanaren, die Legalisierung der Schattenwirtschaft und eine dringende Neudimensionierung der öffentlichen Dienste umfasst. Die Kanarischen Inseln stünden an einem entscheidenden Scheideweg, so der CIT: Entweder wird diese Realität angegangen, um eine nachhaltige Zukunft zu sichern, oder der Archipel riskiert, einen Punkt ohne Wiederkehr zu überschreiten.









