Fernando Clavijo hat die Vorfälle im Zentrum Quorum 77 als „sehr schwerwiegend“ bezeichnet und die Überlastung des Aufnahmesystems auf den Kanaren kritisiert. Er fordert dringend Solidarität und eine schnelle Verlegung von minderjährigen Migranten in andere Regionen.
Der Präsident der Kanarischen Inseln äußerte am Donnerstag seine Besorgnis nach der Schließung des von Quorum Social 77 betriebenen Zentrums in Arinaga auf Gran Canaria, in dem 148 minderjährige Migranten lebten. Bei einer Veranstaltung auf La Palma sprach Clavijo von „Straftaten von großer Schwere“ und betonte, dass auf diese Missstände bereits seit Monaten hingewiesen worden sei.
Überlastung des Aufnahmesystems auf Gran Canaria
Clavijo führte die mangelnde Kontrolle auf die hohe Zahl und die lange Aufenthaltsdauer der Minderjährigen in überfüllten Einrichtungen zurück. Er erklärte, dass die Kanaren aktuell etwa 5500 Minderjährige betreuen und die Kapazitäten zur Aufsicht erschöpft seien.
Der Präsident kritisierte, dass die Verlegung von Minderjährigen in andere autonome Gemeinschaften seit einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs vor vier Monaten blockiert sei. Er betonte, dass ein richterlicher Eingriff notwendig gewesen sei, um Bewegung in die Angelegenheit zu bringen, und äußerte die Hoffnung, dass dies die Zusammenarbeit zwischen den Regionen fördere.
Forderung nach mehr Solidarität zwischen den Regionen
Clavijo bekräftigte die Bereitschaft der kanarischen Regierung, mit den Justizbehörden zusammenzuarbeiten und die Aufklärung der Vorfälle sicherzustellen. Er zeigte sich „äußerst besorgt“ über die Verletzung der Rechte der unter Schutz stehenden Minderjährigen.
Gleichzeitig forderte Clavijo die übrigen autonomen Gemeinschaften auf, eine von ihm als „unsolidarisch“ bezeichnete Haltung abzulegen. Er kündigte an, mit der spanischen Ministerin für Kindheit Kontakt aufzunehmen, um eine gemeinsame Antwort einzufordern. Die Justiz verlangt eine sofortige Verlegung der betroffenen Minderjährigen.



