Cristina Valido und Pedro San Ginés haben im spanischen Parlament in den vergangenen zwei Jahren 380 Initiativen eingebracht. Die Sprecherin der Coalición Canaria im Kongress, Cristina Valido, und der Senator Pedro San Ginés präsentierten am Donnerstag auf Teneriffa eine Bilanz ihrer Arbeit in der laufenden Legislaturperiode. Beide betonten die erzielten Fortschritte bei der Umsetzung der Agenda Canaria, forderten jedoch vom spanischen Staatshaushalt 2026 mehr Berücksichtigung der Bedürfnisse der Kanarischen Inseln.
Valido hob die Bedeutung einer eigenständigen Stimme für die Kanaren im spanischen Parlament hervor. Sie bewertete die bisherige Arbeit als „bemerkenswert“, warnte jedoch vor der aktuellen politischen Unsicherheit. Die Coalición Canaria wolle weiterhin die Ziele der Agenda Canaria verfolgen und sich als unabhängige Verhandlungspartei positionieren. Valido erinnerte daran, dass ihre Hauptaufgabe darin bestehe, den Archipel im Parlament sichtbar zu machen. In den vergangenen zwei Jahren verteidigte sie 270 Initiativen, darunter die Reform des Wirtschaftsfiskalregimes (REF), um den Bau von Mietwohnungen zu erleichtern und touristische Nutzung auszuschließen.
Coalición Canaria fordert mehr Unterstützung für die Kanaren
Valido betonte zudem die Änderung des Ausländergesetzes, die die Verteilung unbegleiteter Minderjähriger ermöglicht, kritisierte aber die unzureichende Umsetzung. Sie kündigte an, dass ihre Partei mit der Regierung an einem bilateralen Ausschuss für das Flughafenmanagement arbeite und hob die Ausweitung der Kompetenzen der Policía Canaria hervor.
Senator San Ginés brachte 111 Initiativen im Senat ein. Er verwies auf Fortschritte wie die Anerkennung des 60-Prozent-Abzugs bei der Einkommensteuer, die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, Subventionen für die Seenotrettung und die Reform des Ausländergesetzes. Dennoch kritisierte er die anhaltenden Versäumnisse des Staates bei der Verlegung von Minderjährigen und anderen migrationsbezogenen Verpflichtungen gegenüber den Kanaren.
Finanzierung und soziale Herausforderungen auf Teneriffa im Fokus
San Ginés erklärte, dass die kanarische Investitionsreserve 2.000 Millionen Euro umfasse, die für den Wohnungsbau genutzt werden könnten, zuzüglich weiterer 2.000 Millionen Euro aus Rücklagen der Verwaltungen. Er bemängelte, dass während andere Regionen wie Katalonien über Schuldenerlasse verhandeln, die Kanaren weiterhin ihre Schulden bedienen müssten. Zudem kritisierte er die fehlende Anpassung der Subventionen für den Gütertransport, die Streichung von Hilfen für ältere Menschen auf den Nebeninseln und die Erhöhung der Luftverkehrsgebühren. Auch die Jugendreisehilfen seien an den Kanaren vorbeigegangen; sein parlamentarischer Ausschuss werde diese Forderung im Senat erneut vorbringen.
Valido und San Ginés betonten, dass das Fehlen eines Staatshaushalts die Planungssicherheit der Kanaren erheblich beeinträchtige. Die Coalición Canaria habe zwar punktuelle Fortschritte erzielt, doch eine gerechte und stabile Finanzierung könne nur durch einen umfassenden Haushalt gewährleistet werden.
Streit um Haushaltsmittel und Kritik an PSOE-Vertretern
San Ginés warf den sozialistischen Abgeordneten der Kanaren vor, die Politik der Zentralregierung zu rechtfertigen. „Die besondere Finanzierung für Katalonien darf nicht zulasten aller gehen. Wenn einige mehr erhalten, bekommen andere weniger, und genau das wird auf den Kanaren passieren“, sagte er. Beide Parlamentarier unterstrichen die Bedeutung der Coalición Canaria im Parlament, um die Interessen des Archipels zu vertreten. „Es bleibt noch viel zu tun“, erklärten sie abschließend.











