Die Coalición Canaria auf Teneriffa hat am Donnerstag scharf kritisiert, dass der spanische Staat junge Migranten nach Erreichen der Volljährigkeit ohne Schutz zurückgelassen hat. Die Partei warf der Regierung vor, mit einer neuen Regelung Jugendliche, deren Alter erst mehr als sechs Monate nach ihrer Ankunft festgestellt wird, aus der staatlichen Versorgung auszuschließen. Viele dieser jungen Menschen, die als unbegleitete Minderjährige auf den Archipel kamen, stehen nun ohne jegliche Unterstützung auf der Straße.
Der Generalsekretär der Coalición Canaria auf Teneriffa, Francisco Linares, bezeichnete die Maßnahme als „eine politische Entscheidung, die schutzbedürftige Menschen im Stich lässt und die gesamte Last auf die autonomen Gemeinschaften, insbesondere auf die Kanarischen Inseln, abwälzt“. Linares betonte, diese Politik zeige „eine inakzeptable Verantwortungslosigkeit“, da der Archipel mit der Migrationskrise allein gelassen werde, obwohl eine gemeinsame Antwort notwendig sei.
Junge Migranten auf Teneriffa ohne staatlichen Schutz
Charín González, Insel-Sekretärin für Soziales, warnte, dass der Ausschluss aus dem staatlichen Aufnahmesystem eine „schwere Verletzung der Menschenrechte“ darstelle. Sie hob hervor, dass die Gemeinden auf Teneriffa bereits die direkten Folgen spürten, da sie diese Jugendlichen ohne Ressourcen aufnehmen müssten. Die Kommunen seien gezwungen, Aufgaben im Bereich Ausländerrecht und humanitäre Hilfe zu übernehmen, für die sie weder personell noch finanziell ausgestattet seien.
González erklärte: „Einmal mehr sind es die Städte und Dörfer unserer Insel, die die Verantwortung tragen, die der Staat vermeidet.“
Folgen für soziale Integration auf Teneriffa
Die Coalición Canaria wies darauf hin, dass die neue Regelung, die im Handbuch für das Humanitäre Hilfsprogramm festgehalten ist, nicht nur rechtliche Unsicherheiten schaffe, sondern auch die soziale Ausgrenzung der Betroffenen verschärfe. Viele wurden zunächst fälschlicherweise als volljährig eingestuft und seien nun vollständig aus allen Unterstützungssystemen ausgeschlossen.
Die Partei forderte die spanische Regierung auf, diese Anweisung umgehend zurückzunehmen und ein Aufnahmeverfahren zu gewährleisten, das den Menschenrechten und internationalen Standards entspricht. González warnte abschließend: „Alles andere fördert nur soziale Konflikte und verstärkt die Ausgrenzung.“










