Matilde Asián hat den spanischen Zentralregierung eine verspätete Übermittlung der Finanzierungsdaten vorgeworfen. Die Finanz- und Europabeauftragte der Kanarischen Inseln kritisierte am Dienstag, dass das Finanzministerium erst am 30. Juli die vorläufigen Beträge des Systems der autonomen Finanzierung an die Regionen übermittelt habe, obwohl das Gesetz vorschreibt, dass die Ausgabenobergrenze vor dem 1. August festgelegt werden muss.
„So sind wir gezwungen, unsere Haushaltsberechnungen mit nur einem Tag Vorlauf neu zu erstellen“, erklärte Asián. Sie bezeichnete das Vorgehen der Zentralregierung als „rücksichtslos“.
Finanzierungsdaten für Kanaren-Haushalt 2026
Die Finanzministerin betonte die Bedeutung dieser Zahlen für die Planung öffentlicher Mittel, die für grundlegende Dienste wie Gesundheit, Bildung, Soziales und Wohnungswesen bestimmt sind. Da offizielle Informationen fehlten, musste die kanarische Regierung eigene Berechnungen anstellen, um das Gesetz zur Haushaltsstabilität und finanziellen Nachhaltigkeit einzuhalten.
Asián kritisierte zudem das Verfahren des Finanzministeriums, das die Informationen einseitig und nicht über den vorgesehenen Rat für Steuer- und Finanzpolitik übermittelt habe. „Es wurde nicht vor allen Finanzministern der Regionen mit allgemeinem Regime kommuniziert, wie es hätte geschehen müssen“, stellte sie klar.
Prognosen und Abweichungen bei der Finanzierung
Die vom Ministerium übermittelten vorläufigen Beträge für die Abrechnung des Haushaltsjahres 2024 belaufen sich auf mehr als 1.125 Millionen Euro. Das sind 25 Millionen Euro mehr als die Prognose der kanarischen Regierung nach der letzten Kabinettssitzung. Diese geringe Abweichung zeige laut Asián die technische Genauigkeit der eigenen Berechnungen.
Für die Abschlagszahlungen 2026 veranschlagt das Ministerium 7.069 Millionen Euro, das sind 269 Millionen Euro mehr als von der kanarischen Finanzverwaltung kalkuliert. Nach Abzug der Rückzahlungen aus den negativen Abrechnungen der Jahre 2008 und 2009 würde die autonome Gemeinschaft insgesamt rund 8.195 Millionen Euro erhalten – 295 Millionen Euro mehr als zunächst angenommen.
Steigende Einnahmen, begrenzte Spielräume
Im Vergleich zu 2025 steigen die Einnahmen aus dem Finanzierungssystem um 8,16 Prozent. Die Abschlagszahlungen wachsen um 7,2 Prozent, die Abrechnung um 14,6 Prozent.
Trotz des Anstiegs erinnerte Asián daran, dass die geltende Ausgabenregel einen Haushaltsüberschuss vorschreibt. Das schränkt die Möglichkeiten der kanarischen Regierung ein, zusätzliche Mittel für soziale Zwecke zu verwenden oder Steuersenkungen umzusetzen.

