Der Partido Popular (PP) hat auf Gran Canaria die höchste Arbeitslosenquote der Kanarischen Inseln festgestellt und der Inselregierung „Inkompetenz“ vorgeworfen. Nach Angaben des PP im Cabildo von Gran Canaria lag die Arbeitslosenquote im zweiten Quartal laut der aktuellen Arbeitskräfteerhebung (EPA) bei 16,05 Prozent.
Die Partei machte den Inselpräsidenten Antonio Morales sowie die Regierungskoalition aus Nueva Canarias und PSOE für diese Entwicklung verantwortlich. Die Politiker des PP bezeichneten deren Amtsführung als „offensichtlich inkompetent“ und kritisierten die steigende Zahl der Arbeitslosen auf der Insel.
Arbeitslosigkeit auf Gran Canaria deutlich über dem Kanaren-Durchschnitt
Gran Canaria verzeichnete damit eine Arbeitslosenquote, die fünf Prozentpunkte über der von Teneriffa (11,04 Prozent), 2,7 Punkte über dem kanarischen Durchschnitt (13,33 Prozent) und 5,7 Punkte über dem nationalen Mittelwert (10,29 Prozent) lag. Neben Gran Canaria stieg die Arbeitslosigkeit nur noch auf Fuerteventura im Vergleich zum Vorquartal an.
Laut Daten des spanischen Statistikamts INE entfielen 47,5 Prozent aller Arbeitslosen auf den Kanaren auf Gran Canaria. Das entsprach 74.610 Menschen ohne Job, während auf Teneriffa 55.050 Arbeitslose registriert wurden – trotz einer größeren Erwerbsbevölkerung auf Teneriffa.
Jugendarbeitslosigkeit auf Gran Canaria besorgniserregend hoch
Die Jugendarbeitslosigkeit auf Gran Canaria erreichte ebenfalls alarmierende Werte. 35,8 Prozent der unter 25-Jährigen waren ohne Arbeit, bei jungen Frauen lag der Anteil sogar bei 43,9 Prozent. Insgesamt fanden 12.800 junge Menschen auf Gran Canaria keinen Zugang zum Arbeitsmarkt.
Auch die Zahl der Erwerbstätigen sank auf der Insel. Gran Canaria zählte 390.410 Beschäftigte, das waren 5.500 weniger als im Vorquartal und deutlich weniger als die 443.450 Erwerbstätigen auf Teneriffa. Im Jahresvergleich war Gran Canaria die einzige Insel mit einem Rückgang der Beschäftigung.
PP wirft Inselregierung Selbstzufriedenheit und Führungsverlust vor
Der Sprecher des Partido Popular, Miguel Jorge, erklärte, diese Zahlen widerlegten den „triumphalen Diskurs von Morales und seinem Team“. Nach zehn Jahren Regierung von Nueva Canarias und PSOE habe Gran Canaria ihre Rolle als wirtschaftlicher Motor des Archipels eingebüßt.
Jorge betonte: „So viele Millionen auch für Propaganda und Eigenlob ausgegeben werden, die Realität ist offensichtlich: Die wirtschaftlichen Indikatoren, die Armutsraten und der Verlust der Kaufkraft zeigen den Wohlstandsverlust auf der Insel.“ Er forderte, Gran Canaria dürfe nicht weiter am Ende der Kanaren stehen, während die eigentlichen Probleme von Beschäftigung und Wirtschaft ignoriert würden.





