Gustavo Pérez hat die geplante Abwahl im Rathaus von Güímar als politisch motivierten Versuch zur Destabilisierung kritisiert. Am Montag haben Mitglieder des Partido Popular, ein Stadtrat von Nueva Canarias und zwei abtrünnige PSOE-Ratsmitglieder eine Misstrauensabstimmung eingereicht, die Carmen Luisa Castro als neue Bürgermeisterin vorschlägt. Die Reaktionen folgten umgehend: Pérez, die Coalición Canaria de Tenerife und die Führung von Nueva Canarias-Bloque Canarista (NC-BC) lehnen das Vorhaben ab.
Der amtierende Bürgermeister zeigte sich in einer offiziellen Erklärung überrascht über die Initiative. Er warf den Initiatoren vor, persönliche Interessen über das Gemeinwohl zu stellen. Pérez erklärte, die Aktion richte sich gegen die Entwicklung des Ortes und sei Ergebnis individueller politischer Strategien. Er kritisierte die Bildung eines Bündnisses ohne echte Parteibasis und betonte, dass seine Verwaltung bereits 80 Prozent des Regierungsprogramms umgesetzt habe. Zu den Fortschritten zählte er Projekte im sozialen Wohnungsbau, Verbesserungen im Bildungsbereich sowie neue Angebote für Kinder, Kultur und Sport.
Politische Spannungen in Güímar auf Teneriffa
Die Coalición Canaria de Tenerife, vertreten durch den Generalsekretär Francisco Linares, sprach sich klar für Pérez aus. Sie verurteilte das Vorgehen des Partido Popular und der beiden abtrünnigen PSOE-Ratsmitglieder. Nach Ansicht der Partei diene die geplante Abwahl ausschließlich parteipolitischen Interessen und schade Güímar. Die nationalistische Organisation warf dem PSOE innere Spaltung vor, die gezielt genutzt werde, um einen Regierungswechsel zu erzwingen. Sie unterstrich, dass das Team um Pérez kontinuierlich an der Verbesserung der Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger arbeite.
Auch Nueva Canarias-Bloque Canarista (NC-BC) wies die geplante Abwahl entschieden zurück. Generalsekretär Luis Campos erklärte, die Initiative habe weder die Unterstützung der Insel- noch der Landesführung. Campos betonte, der Partei sei die Misstrauensanfrage erst nach deren Einreichung bekannt geworden. Er kritisierte, dass der Vorgang am NC-BC vorbei erfolgte.
NC-BC prüft Konsequenzen für beteiligten Stadtrat
Campos stellte klar, dass NC-BC keine Vorhaben unterstütze, die auf Mandatsträgerwechsel durch Parteiübertritte beruhen. Die Parteiführung habe Gespräche mit dem beteiligten Stadtrat Carlos Llanera aufgenommen, um ihn zum Rückzug zu bewegen. Sollte dieser nicht einlenken, erwägt die Partei disziplinarische Maßnahmen.
Nach Einreichung der Misstrauensanfrage ist das Stadtparlament laut Gesetz verpflichtet, binnen zehn Werktagen eine Sondersitzung einzuberufen. Die öffentlichen Stellungnahmen der Parteien verdeutlichen die angespannte Lage in Güímar. Während Pérez seine Amtsführung verteidigt und CC ihn unterstützt, distanziert sich NC-BC klar von der Initiative. Der Ort steuert damit auf eine mögliche Neuausrichtung der lokalen Regierung zu.

