Jéssica de León hat in Sevilla die digitale und nachhaltige Tourismusstrategie der Kanarischen Inseln vorgestellt. Die Strategie setzt auf Innovation, Daten, Nachhaltigkeit und die Regulierung der touristischen Nutzung von Wohnraum.
Worum es geht (TL;DR)
- Kanaren stellen digitale und nachhaltige Tourismusstrategie mit Plan Canarias Destino 2025-2027 vor.
- Neue Plattform ermöglicht kleinen Unternehmen direkten Verkauf unter der Marke Turismo de Islas Canarias.
- Gesetz zur Regelung touristischer Wohnraumnutzung soll Lebensqualität der Einheimischen schützen.
Die Tourismus- und Arbeitsministerin der Kanarischen Inseln, Jéssica de León, nahm am Donnerstag in Sevilla am Tourism Innovation Summit (TIS) teil. Dort präsentierte sie die Hauptziele der digitalen und nachhaltigen Transformation des Tourismus auf den Kanaren.
Vor den Innovativen Tourismusregionen stellte De León den Strategischen Plan Canarias Destino 2025-2027 vor. Dieser Plan zielt darauf ab, ein Tourismusmodell zu entwickeln, das Wohlstand schafft und gerecht verteilt, die natürliche und kulturelle Umgebung der Inseln respektiert und globale Herausforderungen des Sektors angeht.
Digitale Vermarktung auf den Kanaren
Die Ministerin hob das Pilotprojekt des Marktplatzes für touristische Erlebnisse hervor. Diese regionale Plattform ermöglicht es kleinen und mittleren Unternehmen, ihre Produkte direkt unter der Marke Turismo de Islas Canarias zu verkaufen. "Dieses Werkzeug ist ein Schlüssel zur Digitalisierung des Sektors, da es den Marktzugang demokratisiert und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber großen internationalen Anbietern verbessert", erklärte sie.
Außerdem stellte sie den Plan zur Beschleunigung der digitalen Vermarktung vor. Dieses kostenlose Programm bietet ein Jahr lang Unterstützung für Unternehmen, die noch nicht online verkaufen, mit Schulungen, technischem Support und individueller Beratung.
De León betonte, dass die Kanaren eine tiefgreifende Transformation ihres Tourismusmodells begonnen haben, "weg von der Logik der Besucherzahlen hin zum realen Wert, den sie generieren". In diesem Rahmen hob sie das Projekt Smart Data Canarias hervor, das von den Beherbergungsverbänden geleitet und mit 600.000 Euro aus den europäischen Next Generation EU-Fonds finanziert wird. Es zentralisiert Hotelreservierungsdaten und generiert wichtige Indikatoren zu Belegung, Effizienz und Nachhaltigkeit.
Nachhaltigkeit als Verpflichtung auf den Kanaren
Die Ministerin erklärte zudem, dass die Regionalregierung eine KI-Plattform einführt, um intelligente Assistenten und Algorithmen zu entwickeln, die Nachfragespitzen vorhersagen und touristische Ströme in Echtzeit umverteilen können. "Im Jahr 2026 werden wir über eine einzigartige und integrierte Wissensbasis verfügen, die einen vollständigen Überblick über den Tourismus auf den Kanaren bietet, von der Buchung bis zu den Umweltauswirkungen", sagte sie.
Im Bereich Nachhaltigkeit betonte De León, dass "es keine Option, sondern eine Verpflichtung ist". Sie hob das Tool ‚Reise zur Dekarbonisierung‘ hervor, das Unternehmen hilft, ihren CO2-Fußabdruck zu messen und zu reduzieren. Zudem erinnerte sie daran, dass die Kanaren die Glasgow-Erklärung zur Reduzierung der Emissionen im Tourismussektor bis 2030 unterzeichnet haben.
Die Ministerin sprach auch über das kommende Gesetz zur nachhaltigen Regelung der touristischen Nutzung von Wohnraum, das derzeit im Parlament behandelt wird und das sie als "landesweit wegweisend" bezeichnete. Die Regelung "schützt die Lebensqualität der Einheimischen, ohne auf touristische Aktivitäten zu verzichten", da sie festlegt, dass kein Wohnraum touristisch genutzt werden darf, wenn er nicht durch die städtebauliche Planung genehmigt ist.
Innovationen und Zusammenarbeit für den Tourismus
In ihrer Rede ging De León auch auf das Potenzial der blauen Wirtschaft und die Zusammenarbeit mit dem Consejo Superior de Investigaciones Científicas (CSIC) und den öffentlichen Universitäten der Kanaren ein. Sie betonte zudem die Förderung des ländlichen Tourismus durch eine Förderlinie von 15 Millionen Euro für dessen nachhaltige Transformation.
Abschließend hob sie die Arbeit der Hoteles Escuela de Canarias (Hecansa) hervor, die Bildung und Beschäftigung miteinander verbindet. Sie erklärte, dass der Archipel "ein beispielloses Ökosystem für Daten und touristische Innovation aufbaut, in dem der Privatsektor, die Verwaltung und die Technologie Hand in Hand arbeiten, um das kanarische Modell wettbewerbsfähiger, nachhaltiger und intelligenter zu machen".











