Die Regierung der Kanarischen Inseln hat das Ausgabenlimit für das Jahr 2026 auf 12.143 Millionen Euro festgelegt. Am Dienstag beschloss der Regierungsrat auf El Hierro drei zentrale Maßnahmen für die unmittelbare Zukunft des Archipels: das nicht-finanzielle Ausgabenlimit für 2026, die Leitlinien für den neuen Wohnungsbauplan 2026-2029 sowie eine institutionelle Erklärung gegen die Kürzung des EU-Programms POSEI.
Die Finanz- und Europabeziehungen unter Leitung von Matilde Asián setzten das nicht-finanzielle Ausgabenlimit der Haushalte für 2026 auf 12.143 Millionen Euro fest. Das entspricht einem Anstieg von 538 Millionen Euro gegenüber dem ursprünglichen Etat für 2025. Das Limit hängt von den erwarteten Einnahmen, dem bereinigten Saldo der Gemeinschaft und möglichen Änderungen der staatlichen Fiskalregeln ab. Die Ausgabenregel sieht ein mittelfristiges BIP-Wachstum von 3,3 Prozent vor. Mit dieser Regelung rechnet die Regionalregierung mit einem Überschuss von 106,58 Millionen Euro, was 0,17 Prozent des regionalen BIP entspricht.
Haushaltsgrenze für 2026 auf den Kanaren festgelegt
Die Regierung wies darauf hin, dass zusätzliche Mittel weder für nicht-finanzielle Ausgaben noch für Steuersenkungen verwendet werden dürfen. Grund dafür sind die aktuellen gesetzlichen Beschränkungen. Das Kabinett fordert daher eine Reform der Ausgabenregel, um die Nutzung zusätzlicher Ressourcen zu ermöglichen, sofern das strukturelle Gleichgewicht und eine nachhaltige Verschuldung gewährleistet bleiben.
Im Bereich Wohnungsbau genehmigte die Abteilung für öffentliche Arbeiten, Wohnungswesen und Mobilität unter Pablo Rodríguez die Leitlinien für den neuen Wohnungsbauplan 2026-2029. Angesichts des im Dekretgesetz 1/2024 anerkannten Wohnungsnotstands wurde die Dringlichkeit des Verfahrens erklärt. Der neue Plan setzt auf soziale und territoriale Ausgewogenheit und richtet sich besonders an junge Menschen, Senioren, gefährdete Familien und Beschäftigte mit erschwertem Wohnungszugang. Schwerpunkte sind geförderter Wohnungsbau, stabile Mietverhältnisse und die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft. Weitere Maßnahmen betreffen ländliche Gebiete, den Kampf gegen Entvölkerung, die Sanierung des Gebäudebestands und die Verbesserung der Vergabeverfahren.
Neuer Wohnungsbauplan für die Kanarischen Inseln
Der Plan integriert von Beginn an die Perspektiven von Geschlechtergerechtigkeit und Vielfalt und sieht ein offenes, partizipatives Verfahren über das Transparenzportal der Regionalregierung vor. Für El Hierro wurden zudem konkrete Projekte vorgestellt: die Sanierung eines Gebäudes in El Pinar und der Bau von 24 Wohnungen in La Frontera mit einer Gesamtinvestition von mehr als fünf Millionen Euro.
In einer institutionellen Erklärung lehnte die Regionalregierung die von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Reform des Mehrjährigen Finanzrahmens 2028-2034 ab. Die Initiative schwächt die bisherige Sonderstellung der Regionen in äußerster Randlage (RUP) in der Gemeinsamen Agrarpolitik, da die spezifische Finanzierung des POSEI-Programms entfällt. Nach Ansicht der Regionalregierung würde die Abschaffung der eigenständigen Haushaltslinie und die Zusammenlegung mit einem nationalen Plan die Wettbewerbsfähigkeit des Primärsektors auf den Inseln deutlich beeinträchtigen. Gefährdet sind unter anderem das spezielle Versorgungssystem (REA) und die Förderung der lokalen Produktion.
Regierung der Kanarischen Inseln lehnt POSEI-Kürzung ab
Die Regierung forderte die Europäische Kommission auf, eine gerechte und an die Insellage angepasste Finanzierungsregelung vorzulegen, die den territorialen Zusammenhalt und die historisch gewachsene Sonderbehandlung der Regionen in äußerster Randlage wahrt.











