Die Kanarischen Inseln haben im zweiten Quartal 2025 mehr als eine Million Erwerbstätige gezählt und die Arbeitslosenquote auf 13,3 Prozent gesenkt. Damit hält der positive Trend am Arbeitsmarkt an, auch wenn erste Anzeichen einer Abschwächung sichtbar werden. Nach Angaben der Regionalregierung, des Kanarischen Instituts für Statistik (ISTAC), der Unternehmervereinigung CEOE und der Handelskammer Santa Cruz de Tenerife bleibt die Beschäftigungslage auf dem Archipel stabil.
Im Zeitraum von April bis Juni erreichte die Zahl der Erwerbstätigen auf den Kanaren 1.022.000. Damit lag der Wert weiterhin über der Marke von einer Million Beschäftigten und stellte das drittbeste Ergebnis seit Beginn der Aufzeichnungen dar. Die Arbeitslosenquote sank auf 13,3 Prozent und erreichte damit den zweitniedrigsten Stand seit 2007. Dennoch wiesen die Experten auf eine leichte Eintrübung bei einzelnen Arbeitsmarktindikatoren hin.
Arbeitsmarkt auf den Kanaren: Beschäftigung auf Rekordniveau
Der Generaldirektor für Arbeit der Regionalregierung, José Ramón Rodríguez, bewertete die Ergebnisse der Arbeitskräfteerhebung (EPA) des spanischen Statistikamts INE als positiv. Er hob hervor, dass die Zahl der Erwerbstätigen im zweiten Quartal ein Rekordniveau für diesen Zeitraum erreichte. Die Zahl der unbefristet Beschäftigten stieg um 3900 Personen, was auf eine Verbesserung der Beschäftigungsqualität hindeutet.
Nach Branchen betrachtet, wuchs die Beschäftigung im Dienstleistungssektor um 8700 und in der Industrie um 2700 Stellen. Dagegen verzeichneten Bau und Landwirtschaft deutliche Rückgänge. Im Jahresvergleich sank die Zahl der Arbeitslosen auf dem Archipel um 4600 Personen.
ISTAC: Leichter Rückgang gegenüber Vorquartal
Das Kanarische Institut für Statistik (ISTAC) meldete im Vergleich zum zweiten Quartal 2024 einen Beschäftigungszuwachs von 1,7 Prozent. Im Quartalsvergleich fiel die Zahl der Erwerbstätigen jedoch um 2100. Während Frauen 3100 Arbeitsplätze verloren, gewannen Männer 1000 hinzu. Auch die Zahl der Selbständigen ging zurück, während unbefristete Arbeitsverhältnisse zunahmen.
Die Quote befristeter Beschäftigungsverhältnisse lag bei 16,3 Prozent und fiel bei Frauen mit 17,9 Prozent höher aus als bei Männern mit 14,9 Prozent. In 6,8 Prozent der Haushalte auf dem Archipel sind alle aktiven Mitglieder arbeitslos – ein weiterhin besorgniserregender Wert.
CEOE: Qualität der Beschäftigung verbessert sich
Die Unternehmervereinigung CEOE Santa Cruz de Tenerife bewertete die Entwicklung des Arbeitsmarkts als „moderat positiv“. Die Zunahme unbefristeter Verträge und von Vollzeitstellen sowie der Rückgang von Befristung und Teilzeitbeschäftigung wurden hervorgehoben.
Gleichzeitig sieht die CEOE weiterhin Handlungsbedarf bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und der geschlechtsspezifischen Unterschiede. Die Organisation fordert verstärkte Maßnahmen zur aktiven Arbeitsmarktpolitik, mehr Qualifizierung und Investitionen. Der soziale Dialog müsse das Fundament für ein inklusiveres und stabileres Beschäftigungsmodell auf den Kanaren bleiben.
Handelskammer warnt vor Risiken für Kanaren
Der Präsident der Handelskammer Santa Cruz de Tenerife, Santiago Sesé, äußerte sich besorgt über die geplante generelle Arbeitszeitverkürzung. Diese könne sich nach seiner Einschätzung negativ auf wichtige Sektoren wie Tourismus und Handel auswirken, falls sie nicht an die Strukturen der kanarischen Wirtschaft angepasst werde.
Mit Blick auf die EPA-Daten bestätigte die Kammer den Verlust von 2100 Arbeitsplätzen im Quartal und einen Rückgang der Erwerbsbevölkerung um 5200 Personen. Trotz sinkender Arbeitslosenzahlen bleibe die Situation in einzelnen Branchen fragil, insbesondere in der Landwirtschaft, wo die Beschäftigung im Jahresvergleich um 20,2 Prozent zurückging.
Sommer bringt neue Impulse für den Arbeitsmarkt
Die Wirtschaftsinstitutionen des Archipels rechnen damit, dass die Sommersaison den Arbeitsmarkt durch den Tourismussektor weiter belebt. Dennoch betonen sie die Notwendigkeit, die strukturellen Herausforderungen des kanarischen Arbeitsmarkts realistisch anzugehen.




