Die Regierung der Kanarischen Inseln hat gemeinsam mit der CCE und der CEOE Tenerife einen sozialen Vertrag zur Integration von Nachhaltigkeit in Unternehmen im Rahmen der Agenda Canaria 2030 entwickelt. Am Donnerstag befasste sich der Kanarische Rat für nachhaltige Entwicklung mit dieser neuen Initiative, die künftig die Nachhaltigkeitsstrategie des Archipels prägen soll. Ziel ist es, gemeinsam mit der Wirtschaft einen sozialen Vertrag zu erarbeiten, um die Umsetzung der Agenda Canaria 2030 zu fördern.
Das Abkommen, das von der Regionalregierung in Zusammenarbeit mit der Confederación Canaria de Empresarios (CCE) und der CEOE Tenerife initiiert wurde, orientiert sich an einem bereits im Baskenland etablierten Modell. Wie der Vizepräsident der Präsidentschaft, Alfonso Cabello, mitteilte, arbeitet das Team der Agenda 2030 von Islas Responsables bereits mit den Wirtschaftsverbänden an der Ausarbeitung.
Nachhaltigkeit auf Teneriffa: Unternehmen definieren eigenes Engagement
Die Initiative sieht vor, dass Unternehmen ihr Einstiegsniveau beim Thema Nachhaltigkeit entsprechend ihrer Möglichkeiten und Prioritäten selbst festlegen. Dafür sind drei unterschiedliche Stufen vorgesehen, die eine flexible Anpassung an die verschiedenen Unternehmensrealitäten auf dem Archipel ermöglichen.
Das Ziel besteht darin, die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) effektiv in die kanarische Wirtschaft zu integrieren. Dazu soll ein Evaluierungsausschuss mit Branchenvertretern gebildet werden, der die Fortschritte bewertet. Anerkennungen werden je nach Engagement vergeben.
Agenda Canaria 2030: Beteiligung und neue Gesetzesinitiativen
Während der Sitzung in Santa Cruz de Tenerife hob María Eugenia León, Präsidentin des Verbands der Integrationsunternehmen der Kanaren (Adeican), die Bedeutung des Rates als Motor für die Agenda Canaria 2030 hervor. Sie betonte die Notwendigkeit gemeinsamer Reflexionsräume, insbesondere für besonders schutzbedürftige Menschen.
Alfonso Cabello erklärte, die Kanarischen Inseln stünden an einem Wendepunkt, um ihr Entwicklungsmodell neu auszurichten. Dieser Prozess müsse die Besonderheiten jeder Insel berücksichtigen und gleiche Rechte und Chancen sicherstellen.
Umweltpolitik und Pilotprojekte: Kanaren setzen neue Maßstäbe
In der Sitzung wurde auch über die geplante Gesetzesinitiative für das Wohlergehen heutiger und künftiger Generationen informiert. Zudem kündigte die Regierung ein Symposium zum Recht auf Zukunft auf den Kanaren an. Außerdem wurde der Beitritt des Archipels zur Under2 Coalition vorangetrieben, dem weltweit größten Netzwerk von Regionen mit dem Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden.
Als besonders vom Klimawandel betroffene Region positionieren sich die Kanaren mit diesen Maßnahmen an der Spitze internationaler Umweltpolitik. Der Rat informierte außerdem über die Fortschritte bei fünf Pilotprojekten, die 2025 in zentralen Bereichen der Agenda Canaria 2030 starten sollen.
Pilotprojekte und verstärkte Zusammenarbeit auf den Kanaren
Im Bereich „Menschen“ wird ein generationsübergreifendes Wohnprojekt umgesetzt, das ältere Alleinlebende mit jungen Wohnungssuchenden zusammenbringt. Im Bereich „Planet“ entsteht mit Unterstützung des Technologieparks Fuerteventura ein Überwachungssystem für Überschwemmungsrisiken. Für „Wohlstand“ wird an einem Projekt zur Ernährungssouveränität auf Basis moderner Datenmanagement-Technologien gearbeitet. Im Bereich „Öffentliche Governance“ läuft eine Kooperation in Mauretanien zur Förderung der dortigen Modeindustrie. Im kulturellen Bereich ist ein gemeinsames Musikprojekt von Urban- und traditionellen kanarischen Künstlern geplant, um den Generationendialog zu stärken.
Abschließend informierte die Regionalregierung über ein geplantes Rahmenabkommen mit dem Verband der Kanarischen Gemeinden (Fecam), um die Umsetzung der SDG in den Rathäusern zu fördern. Zudem sind Änderungen der Ratsordnung vorgesehen, um die Beteiligung der Randinseln zu stärken und die Entscheidungsbefugnisse ihrer Vertreter auszubauen.


