Beschäftigte des Dienstes für Kinderschutz auf den Kanarischen Inseln haben bei der Ombudsfrau Lola Padrón Missstände im System angeprangert. Sie berichteten am Donnerstag in der Dienststelle auf Teneriffa von fehlenden Ressourcen, institutionellem Desinteresse und der Gefahr einer Privatisierung.
Zu dem Gespräch kamen Psychologen, Pädagogen, Verwaltungsangestellte und Gewerkschaftsvertreter. Sie erklärten, die Probleme hätten sich seit März verschärft, als sie bereits ihre Sorgen vorgetragen hatten. „Man hat uns nicht berücksichtigt und keine Lösungen angeboten“, kritisierten sie.
Kinderschutz auf Teneriffa: Sorge vor Privatisierung
Während des Treffens äußerten die Fachkräfte Bedenken über Kontakte zu einem privaten Unternehmen aus Madrid, das große Geldmittel verwalte. Nach ihren Angaben stehe die Firma im Zusammenhang mit der geplanten Entinstitutionalisierung des Schutzsystems, ohne die kanarischen Universitäten einzubeziehen, die die Strategie für Kinderschutz auf den Kanaren entwickelt haben.
Gewerkschaftssprecher Hermann Dait warnte, dass diese Schritte diejenigen ausschlössen, die die Lage der Kinder auf den Kanaren am besten kennen. „Es soll ein Modell ohne Planung und fachliche Beteiligung durchgesetzt werden“, sagte er. Auch die Ombudsfrau bestätigte, dass fehlende Organisation und die Orientierung auf Privatisierung die Arbeit beeinträchtigten.
Fehlende Unterstützung für volljährige unbegleitete Minderjährige
Ein zentrales Thema war die Lage unbegleiteter minderjähriger Migranten, die nach dem 18. Geburtstag ohne Unterstützung auf der Straße stehen. „Es ist grausam, dass sich Menschenrechtsverteidiger mit dieser Situation abfinden“, erklärten die Beschäftigten.
Sie kritisierten außerdem, dass seit Dezember keine Stellen nachbesetzt wurden und notwendige interdisziplinäre Teams fehlten. Nach ihren Angaben gibt es aktuell 8.723 laufende Kinderschutzfälle auf den Kanaren.
Überlastung und fehlende Reaktion der Behörden
Die Beschäftigten berichteten, sie hätten einen Termin bei der Jugendstaatsanwaltschaft beantragt, aber keine Antwort erhalten. Gleiches gelte für die Generaldirektion. „Das institutionelle Schweigen ist offensichtlich, man hat uns zum Schweigen gebracht“, so ihr Vorwurf.
Sie wiesen zudem auf eine starke Arbeitsbelastung hin, da sie Entscheidungen ohne die nötigen Teams treffen müssten. Dies führe zu Stress, prekären Arbeitsbedingungen und Qualitätsverlust in der Betreuung der Kinder. Sie forderten, den Dienst als Grundpfeiler des Kinderschutzsystems auf den Kanaren anzuerkennen.
Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen und mehr Personal
Abschließend verlangte die Gruppe von der Ombudsfrau einen strukturellen Ausbau des Systems, die Festanstellung von Fachkräften und die Einrichtung spezialisierter Teams. Sie wiesen darauf hin, dass es schwierig sei, genaue Zahlen zu unbegleiteten minderjährigen Migranten nach Provinz und Maßnahme zu erhalten. Nach Schätzungen befinden sich derzeit 4.463 unbegleitete Minderjährige in Obhut auf den Kanaren.
Angesichts der Lage forderten sie angemessene Entwicklungsräume und Protokolle, die die Migrations- und Kultursituation der Kinder respektieren. „Wir verlangen keine Privilegien, sondern Werkzeuge, um die Rechte der Kinder würdig und effizient zu schützen“, betonten sie.











