Der Partido Popular hat am Mittwoch vor einem besorgniserregenden Anstieg schwerer Straftaten auf den Kanarischen Inseln gewarnt und der Zentralregierung Untätigkeit vorgeworfen. Die Abgeordnete des Partido Popular, Mónica Muñoz, äußerte sich dazu während einer Sitzung im Parlament der Kanaren.
Laut Angaben des spanischen Innenministeriums, die Muñoz zitierte, stieg die Zahl der vollendeten Tötungsdelikte von zwei auf zehn Fälle, was einem Anstieg von 400 Prozent entspricht. Die versuchten Tötungsdelikte erhöhten sich um 87,5 Prozent von acht auf 15 Fälle. Die Zahl der Sexualdelikte nahm um 11,1 Prozent von 54 auf 60 Fälle zu. Diese Entwicklung wurde trotz eines leichten Rückgangs der Gesamtkriminalität im ersten Quartal 2025 festgestellt.
Kriminalitätsentwicklung auf den Kanaren sorgt für politische Debatte
Muñoz, Abgeordnete für Gran Canaria, kritisierte einen fortschreitenden Kontrollverlust der Institutionen über die öffentliche Sicherheit in Teilen des Archipels. Sie erklärte: „Die spanische Regierung scheint im exklusiven Einsatz legitimer Kräfte an Boden verloren zu haben und schwächt damit die Grundprinzipien des Rechtsstaats.“
Die Abgeordnete betonte zudem, dass ein strukturelles Problem die Lage verschärfe: Es gebe zu wenige Sicherheitskräfte auf den Inseln, während der Tourismus Rekordzahlen erreiche. Muñoz verwies auf Warnungen der FECAI und führender Polizeigewerkschaften, wonach die Sicherheitsvorkehrungen nicht ausreichend verstärkt würden, obwohl die Kanaren mehr als 16 Millionen Besucher verzeichneten.
Polizeiliche Überlastung und Folgen für die öffentliche Sicherheit
Muñoz führte aus, dass die bereits unterbesetzten Polizeieinheiten durch Überlastung an ihre Grenzen stoßen. Dies habe zur Folge, dass es zu Ballungsgebieten mit erhöhter Konfliktlage und einer größeren Anfälligkeit für Straftaten komme. Die Auswirkungen seien direkt in der öffentlichen Sicherheit spürbar.
Der Partido Popular beschuldigte das Innenministerium unter Fernando Grande-Marlaska, den Fokus auf die politische Kontrolle der Sicherheitskräfte zu legen, statt diese mit den nötigen Ressourcen auszustatten, um neuen Kriminalitätsformen zu begegnen. Muñoz erklärte abschließend: „Die Priorität liegt nicht auf der Stärkung der öffentlichen Sicherheit, sondern auf politischer Abschottung – auch wenn dies die operative Leistungsfähigkeit der Sicherheitskräfte schwächt.“











