Podemos hat am Montag den sofortigen Rücktritt der Sozialministerin Candelaria Delgado gefordert. Die Partei wirft ihr vor, die sozialen Dienste auf dem Archipel nicht angemessen zu führen, und bietet ihre eigene Erfahrung für eine mögliche Nachfolge an.
Nach Ansicht von Podemos habe die Situation in den Sozialdiensten ein inakzeptables Maß an Chaos erreicht. Das erklärten Noemí Santana, Abgeordnete im spanischen Kongress und regionale Koordinatorin von Podemos, sowie Gemma Martínez Soliño, Stadträtin in Las Palmas de Gran Canaria, bei einer Pressekonferenz. Sie kritisierten zudem einen sozialen Rückschritt durch die Koalitionsregierung von Coalición Canaria und Partido Popular.
Sozialpolitik auf Gran Canaria im Fokus
Santana verteidigte die Arbeit von Podemos während der eigenen Amtszeit an der Spitze des Sozialressorts zwischen 2019 und 2023. Sie betonte, dass sich in dieser Zeit die Zahl der durch die Prestación Canaria de Inserción geschützten Familien verdoppelt habe und die Renta Canaria de Ciudadanía eingeführt worden sei. „Im Jahr 2022 betreuten wir mehr als 12.000 Familien. Zwei Jahre später sind es kaum 12.965, und die Wartelisten betragen rund 15 Monate. Das ist weder Pech noch Ressourcenmangel, sondern politische Nachlässigkeit“, sagte Santana.
Auch bei der Betreuung von Pflegebedürftigen äußerte Podemos scharfe Kritik. Derzeit erhielten 11.800 Menschen keine Unterstützung, und die Bearbeitungsgeschwindigkeit von Anträgen sei stark gesunken. Martínez Soliño hob hervor, dass unter der Führung von Podemos der sogenannte bürokratische Limbo um 28 Prozent reduziert und jährlich mehr als 7900 Fälle bearbeitet worden seien. Sie warf der aktuellen Regierung vor, ein Dekret ohne Konsens verabschiedet zu haben, das wesentliche öffentliche Aufgaben privatisiere.
Kritik an der Sozialpolitik der Kanaren-Regierung
Mit Blick auf unbegleitete minderjährige Migranten warnte Podemos vor einem überlasteten System. Mehr als 5100 Minderjährige befänden sich in Obhut, während das Budget um 44 Prozent gekürzt worden sei. „86 Prozent dieser Kinder besitzen keine Ausweispapiere, die Unterkünfte sind überfüllt, und es gab Versuche, die Aufnahme entgegen der Verfassung zu beenden“, kritisierte Santana und stellte die Sensibilität und Kompetenz der aktuellen Leitung infrage.
Im Bereich Gleichstellung beanstandete Podemos Kürzungen beim Instituto Canario de Igualdad. Das Budget sei um 5,3 Prozent gesunken, die Hilfen für gefährdete Frauen um 53 Prozent und der Notfallfonds um 50 Prozent. Dies geschehe vor dem Hintergrund eines Anstiegs der Fälle von geschlechtsspezifischer Gewalt um 40 Prozent und fünf ermordeten Frauen im Jahr 2023. „Die Antwort darauf waren Kürzungen. Das ist nicht nur verantwortungslos, sondern grausam“, sagte Martínez.
Podemos bietet Unterstützung für künftige Sozialpolitik
Zum Abschluss betonte Santana, dass die Ministerin „bewiesen hat, dass sie es nicht weiß, nicht kann und nicht will“ und forderte erneut ihren Rücktritt. Gleichzeitig bot sie öffentlich die Expertise von Podemos für eine künftige Leitung des Ressorts an. „Man kann für die Menschen regieren, wenn man es will“, resümierte Santana.










