Podemos Adeje hat die Genehmigung eines städtebaulichen Vertrags im Gemeinderat von Adeje scharf kritisiert. Der Vertrag sieht die Umwidmung von landwirtschaftlicher Fläche in Bauland vor und könnte privaten Investoren eine Wertsteigerung von bis zu 100 Millionen Euro verschaffen.
Die Fraktion Podemos-Izquierda Unida warf der Gemeindeverwaltung vor, durch diese Entscheidung private Interessen zu begünstigen. Sie sprach von einem „städtebaulichen Coup“ zugunsten weniger Eigentümer.
Streit um Umwidmung von Grundstücken auf Teneriffa
Im Gemeinderat am Freitag, 24. Juli, warnte Stadtrat Gabriel González Fernández vor den Folgen des Vertrags. Betroffen sind Flächen, die mit der Familie Casa Fuerte verbunden sind. Auch die Immobilienfirma Cuna del Alma habe laut González ein Interesse an dem Areal. Der Stadtrat kritisierte, dass die Gemeinde das Land nicht zum gesetzlichen Marktwert erwerbe, sondern durch eine direkte Umwidmung den Eigentümern erhebliche Gewinne ermögliche – ohne nennenswerte Gegenleistung für die Allgemeinheit.
Laut Podemos Adeje wurde der Vertrag mit einem Teil der Erben der Familie Betancor Curbelo geschlossen. Beteiligt sei auch die eigens gegründete Inmobiliaria Adeje S.L., die als Investitionsvehikel für die Umwandlung des Grundstücks fungiere.
Städtebaulicher Vertrag bringt Gemeinde nur geringe Vorteile
Nach der geplanten Umwidmung würde das Grundstück von landwirtschaftlicher Fläche zu Bauland werden. Dadurch steige der Wert erheblich, ohne dass vorher investiert oder ein konkretes Entwicklungsprojekt vorgelegt werden müsse. Die Gemeinde Adeje erhielte lediglich zehn Prozent des städtebaulichen Nutzens – das gesetzliche Minimum.
Podemos Adeje sieht darin einen gefährlichen Präzedenzfall und verweist auf ähnliche Fälle von Bodenspekulation auf den Kanaren, die vor Gericht endeten. „Boden ist ein knappes Gut, und in Adeje wird er an den Meistbietenden verschleudert“, sagte Gabriel González. Er forderte eine transparente Verwaltung und nachhaltige Planung im Interesse der Allgemeinheit.
Podemos Adeje fordert nachhaltige Flächenpolitik
Die Fraktion betonte die Notwendigkeit eines ausgewogenen Modells für die Flächennutzung, das Umwelt, soziale Gerechtigkeit und Landschaftsschutz in den Mittelpunkt stellt. Entscheidungen dürften nicht kurzfristigen Privatinteressen untergeordnet werden.

