Der Partido Popular (PP) hat am Montag eine äußerst negative Bilanz der vergangenen zehn Jahre unter der Führung von Nueva Canarias (NC) und PSOE im Inselrat von Gran Canaria gezogen. Die Oppositionspartei wirft den Regierungsparteien Untätigkeit, Propaganda und Klientelismus vor.
Der Sprecher der PP und Oppositionsführer, Miguel Jorge, trat gemeinsam mit den Abgeordneten Pepa Luzardo und Aurora del Rosario vor die Presse. Er kritisierte, dass der Inselrat trotz eines Rekordhaushalts von fast einer Milliarde Euro zu einer reinen Subventionsstelle und Jobvermittlungsagentur verkommen sei. Nach Ansicht der PP habe Gran Canaria dadurch seine Führungsrolle im Archipel verloren und liege bei Beschäftigung, Unternehmen, Wohnraum, Mobilität, Armut und Ungleichheit inzwischen am Ende.
Gran Canaria: Kritik an Regierung von NC und PSOE
Im Arbeitsmarktbereich betonte die PP, dass Gran Canaria laut der Arbeitskräfteerhebung für das erste Quartal 2025 mit 14,46 Prozent die höchste Arbeitslosenquote der Kanaren aufweise – nur La Gomera liege noch darüber. Besonders alarmierend sei die Jugendarbeitslosigkeit mit 40,25 Prozent, was 26 Punkte über dem europäischen Durchschnitt und deutlich über den Werten von Teneriffa und dem spanischen Durchschnitt liege.
Miguel Jorge hob zudem hervor, dass Gran Canaria 2024 als einzige Insel im Archipel einen Rückgang bei der Zahl der Unternehmen verzeichnet habe. Das Vertrauen der Wirtschaft liege unter dem regionalen Schnitt und weit hinter Teneriffa. Im Tourismussektor kritisierte der PP-Sprecher das „doppelte Spiel“ der Inselregierung, die einerseits Proteste gegen den Tourismus unterstütze, während sie gleichzeitig Besucherrekorde feiere und einen Plan zur Erhöhung der Bettenkapazität verabschiede.
Soziale und wirtschaftliche Herausforderungen auf Gran Canaria
In der Sozialpolitik bezeichnete die PP die Umsetzung des zweiten Plans für Sozial- und Gesundheitseinrichtungen als gescheitert. In zehn Jahren sei kein einziges neues Zentrum eröffnet worden, während mehr als 4000 Menschen auf einen Platz warteten. Auch beim Wohnungsbau habe es in dieser Dekade keinen Fortschritt gegeben, obwohl mehr als 10.000 Menschen auf eine Sozialwohnung warteten.
Im Bereich Mobilität warf die PP dem Inselrat vor, keine wirksamen Lösungen für den Verkehrsinfarkt auf der Insel umgesetzt zu haben. Stattdessen beschränke sich die Regierung auf kosmetische Maßnahmen wie das Ziehen von Linien auf der GC-1 oder die Einrichtung einer technischen Kommission ohne praktische Ergebnisse. Das Bahnprojekt werde laut PP auf absehbare Zeit nicht realisiert, da es an Finanzierung und Fortschritten bei den Enteignungen fehle.
Vorwürfe gegen das Modell der „Ecoinsel“ und politische Instabilität
Miguel Jorge stellte auch das von Inselpräsident Antonio Morales propagierte Modell der „Ecoinsel“ infrage. Er bezeichnete es als leeres Schlagwort, das im Widerspruch zu den Rückgängen bei landwirtschaftlicher Fläche, Viehbestand und dem Anstieg invasiver Arten stehe.
Abschließend kritisierte der PP-Sprecher die politische Instabilität durch interne Streitigkeiten bei Nueva Canarias, die er als Absprachen und Klientelismus wertete. Der Inselrat verfüge inzwischen über 32 Generaldirektoren und zahlreiche Vertrauensposten, konzentriere sich auf die Verteilung von Subventionen, viele davon willkürlich, und gebe täglich mehr als 7000 Euro für institutionelle Werbung aus.
Der Partido Popular zog das Fazit, dass die Regierungszeit von NC und PSOE eine verlorene Dekade für Gran Canaria gewesen sei, geprägt von fehlender Steuerung, steigenden Werbeausgaben und parteipolitischer Nutzung öffentlicher Mittel.



