Jacob Qadri hat Pedro Sánchez vorgeworfen, die Kanarischen Inseln als Verhandlungsmasse in seinen politischen Absprachen eingesetzt zu haben. Der stellvertretende Generalsekretär für Organisation und Kommunikation der Partido Popular de Canarias kritisierte am Montag den spanischen Regierungschef nach dessen Treffen mit dem Präsidenten der Kanaren, Fernando Clavijo, und dem Minister für territoriale Politik, Ángel Víctor Torres. Qadri erklärte, Sánchez habe die Kanaren zu einer „Währung“ für politische Vereinbarungen gemacht und zeige kein echtes Engagement für die Inseln.
Der Politiker der Partido Popular bezeichnete das Treffen als „eine weitere leere Inszenierung, ein Propagandaakt, um die Realität einer Zentralregierung zu kaschieren, die den Kanaren wiederholt den Rücken gekehrt hat“. Besonders die Migrationspolitik sei laut Qadri „eine Beleidigung“ für den Archipel. Er erinnerte daran, dass trotz eines Urteils des Obersten Gerichtshofs, das die Regierung verpflichtet, minderjährige Asylsuchende aufzunehmen, bisher nur etwa ein Dutzend auf das spanische Festland gebracht worden seien.
Streit um Migration und Wiederaufbau auf La Palma
Qadri weitete seine Kritik auf den Wiederaufbau von La Palma aus. Die Bewohner der Insel warteten weiterhin auf echte Lösungen nach dem Vulkanausbruch, während Sánchez sich lediglich für Fotos habe ablichten lassen und die Menschen auf La Palma nach dem Ende der Medienaufmerksamkeit vergessen habe. Auch bei der autonomen Finanzierung sieht Qadri die Kanaren benachteiligt. Er sprach von einer „ungerechten und diskriminierenden Verteilung“, die vor allem den Regierungspartnern von Sánchez zugutekomme.
Mit Blick auf die Europäische Union warnte Qadri vor Kürzungen bei der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und warf der Regierung Unfähigkeit vor, die Besonderheiten der Kanaren in Brüssel zu verteidigen. „Die Landwirtschaft auf den Kanaren darf nicht ein weiteres Opfer von Sánchez‘ Desinteresse werden“, betonte er.
Parteienlandschaft auf Teneriffa im Zeichen politischer Spannungen
Qadri zeigte sich zudem enttäuscht über die Rolle von Ángel Víctor Torres bei dem Treffen. Er warf ihm vor, die Loyalität zu Sánchez über die Interessen der Kanaren zu stellen. Auch die Coalición Canaria kritisierte Qadri und warf ihr vor, weiterhin auf Versprechen zu vertrauen, die nie eingelöst würden.
Abschließend erklärte Qadri, die Partido Popular werde „die standhafte Stimme sein, die sich weder Sánchez noch seinen Absprachen beugt“. Die Partei wolle sich weiterhin für die Kanaren in der Migrationspolitik, beim Wiederaufbau von La Palma, bei der autonomen Finanzierung und in den Verhandlungen in Brüssel einsetzen.








