Der sozialistische Parlamentsabgeordnete Gustavo Santana hat am Montag von der Tourismus- und Arbeitsministerin der Kanarischen Inseln konkrete Informationen zum Zusammenbruch des arbeitsrechtlichen Mediationsdienstes auf Fuerteventura und Lanzarote gefordert. Santana warf der Regionalregierung vor, relevante Daten zurückzuhalten und die tatsächlichen Ausmaße des Problems zu verschleiern.
Bereits im Juni hatte Santana den Generaldirektor für Arbeit um detaillierte Angaben zur Situation des Dienstes für Mediation, Schlichtung und Einigung (SEMAC) gebeten. Die Antwort enthielt jedoch lediglich Informationen zur Provinz Santa Cruz de Tenerife sowie einige Teildaten von La Palma, La Gomera und El Hierro. Angaben zu Fuerteventura und Lanzarote fehlten vollständig. Santana wertete dies als bewusste Auslassung, um das Ausmaß der Schwierigkeiten zu verschleiern.
Arbeitsrechtliche Mediation auf Fuerteventura betroffen
Der Abgeordnete betonte, dass die Lage insbesondere auf Fuerteventura gravierend sei, wo der Dienst seit Februar stillstehe. Die Öffentlichkeit habe nur durch die Gewerkschaften UGT und CCOO von diesem Stillstand erfahren, nicht aber durch die für Transparenz verantwortliche Ministerin. Santana kritisierte, dass die Bevölkerung auf diese Weise nicht rechtzeitig informiert werde.
Der PSOE sieht einen Zusammenhang zwischen der Zurückhaltung der Daten und der Doppelfunktion von Ministerin Jéssica de León, die sowohl das Ressort für Tourismus und Arbeit leitet als auch Vorsitzende der Partido Popular auf Fuerteventura ist. Santana äußerte den Verdacht, dass aus Angst um das eigene öffentliche Image keine vollständigen Zahlen zu unbearbeiteten Fällen auf den östlichen Inseln veröffentlicht würden. „Wir vermuten, dass die Zurückhaltung der Daten darauf abzielt, ihr Image zu schützen, das sie mit inhaltsleeren Schlagzeilen pflegt“, erklärte Santana.
PSOE fordert Transparenz bei SEMAC-Verfahren
Die Sozialisten fordern eine detaillierte Veröffentlichung der unbearbeiteten SEMAC-Fälle pro Insel, insbesondere für Fuerteventura und Lanzarote. Außerdem verlangen sie Informationen über die Folgen des Zusammenbruchs für die Betroffenen, vor allem über die Verzögerungen bei den obligatorischen Schlichtungsgesprächen vor Gerichtsverfahren.
Nach Angaben des PSOE gefährde die aktuelle Situation nicht nur das Recht der Beschäftigten auf eine faire und zügige Mediation, sondern belaste auch die Justizverwaltung zusätzlich und führe zu weiteren Verzögerungen.
Sozialisten pochen auf institutionelle Verantwortung
Der sozialistische Parlamentsblock kündigte an, weiterhin auf Transparenz und institutionelle Verantwortung in einem für das Gleichgewicht der Arbeitsbeziehungen auf dem Archipel essenziellen Dienst zu drängen.


