Der PSOE hat die sofortige Rücknahme des neuen Dekrets zur sozialen Verantwortung auf den Kanarischen Inseln gefordert. Die Partei wirft der Regierung vor, mit dem Entwurf das Ziel der bestehenden Gesetzgebung zur Förderung der Sozialwirtschaft zu untergraben und auf symbolische Auszeichnungen zu reduzieren.
Der sozialistische Parlamentssprecher für Beschäftigung, Gustavo Santana, kritisierte am Freitag scharf das von der Abteilung für Tourismus und Arbeit vorgelegte Projekt. Santana bezeichnete den Text als „eine echte Farce“ im Hinblick auf die kanarische Gesetzgebung zur Sozialwirtschaft und verlangte dessen umgehende Rücknahme.
Streit um das Dekret zur sozialen Verantwortung auf Teneriffa
Nach Ansicht des PSOE bleibt das Dekret oberflächlich und inhaltsleer. Santana erklärte: „Das Dekret besteht aus acht Artikeln ohne Ehrgeiz oder Engagement.“ Statt eines aussagekräftigen Siegels für Unternehmen gebe es lediglich Ehrenpreise. „Dies ist kein Instrument zur Förderung unternehmerischer sozialer Verantwortung, sondern eine kosmetische Maßnahme ohne rechtliche Wirkung und ohne spürbaren Einfluss auf die kanarische Wirtschaft“, so Santana weiter.
Die Sozialisten kritisierten, dass der Entwurf den Auftrag des zuvor einstimmig verabschiedeten Gesetzes aushöhle. Ziel der Gesetzgebung war es, nachhaltige Verbesserungen bei Arbeitsbedingungen und sozialem Engagement zu fördern, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen, Selbstständigen und lokalen Körperschaften.
Sozialisten kritisieren fehlende Anreize und politische Motivation
Santana bemängelte außerdem, dass der Entwurf keine Anerkennung für Unternehmen vorsieht, die Arbeitsbedingungen verbessern, Tarifverträge abschließen oder die Gewerkschaftsfreiheit achten. Dies zeige eine politische Absicht, den Geist des Gesetzes zur Sozialwirtschaft zu unterlaufen.
Weiter kritisierte der PSOE, dass die Jury für die Vergabe der Auszeichnungen ausschließlich aus Regierungsvertretern bestehe. Vertreter sozialer Akteure oder unabhängige Fachleute seien nicht beteiligt, objektive Bewertungskriterien fehlten.
Vergleich mit früherem Entwurf sorgt für Unmut
Die Sozialisten erinnerten daran, dass in der vergangenen Legislaturperiode ein ambitionierterer Entwurf öffentlich diskutiert wurde. Dieser sah die Einrichtung eines Kanarischen Rates für soziale Verantwortung vor, definierte klare Kriterien für die Auszeichnung und bot konkrete Vorteile wie bevorzugten Zugang zu öffentlichen Förderungen, steuerliche Vergünstigungen oder Vorrang bei öffentlichen Aufträgen.
Nach Ansicht der Fraktion werde mit dem aktuellen Entwurf die bisherige Arbeit auf eine Liste symbolischer Preise reduziert, ohne praktischen Nutzen oder Anreiz für kanarische Unternehmen, sich für soziale Verantwortung zu engagieren.
PSOE verlangt Rücknahme und Rückkehr zum alten Entwurf
Angesichts der Kritik fordert der PSOE die Regierung der Kanarischen Inseln auf, den aktuellen Entwurf zurückzuziehen und den früheren Text wieder aufzugreifen. Dieser habe dem gesetzlichen Auftrag und den Bedürfnissen der Sozialwirtschaft auf dem Archipel entsprochen. „Es geht nicht um symbolische Anerkennungen, sondern darum, die Unternehmenskultur auf den Kanarischen Inseln zu verändern. Mit diesem Dekret wird nichts erreicht“, betonte Santana abschließend.



