Der PSOE hat der Regierung von Fernando Clavijo vorgeworfen, in den vergangenen zwei Jahren 156 Mal bei Plenarsitzungen des Parlaments der Kanarischen Inseln gefehlt zu haben. Nach Ansicht der Sozialisten untergräbt dieses Verhalten die demokratische Kultur auf dem Archipel.
Am Montag kritisierte der sozialistische Fraktionssprecher Sebastián Franquis die wiederholte Abwesenheit der Regierungsmitglieder bei den Sitzungen. Er bezeichnete dies als eine „ernste Verletzung“ demokratischer Grundsätze und als Zeichen von Missachtung gegenüber der institutionellen Kontrolle.
Plenarsitzungen auf Teneriffa: Deutlicher Anstieg der Fehlzeiten
Nach Angaben von Franquis fanden zwischen 2023 und 2025 insgesamt 84 Plenarsitzungen statt. Die Regierung blieb dabei 156 Mal fern, was einem Anstieg von 136 Prozent im Vergleich zu den 66 Fehlzeiten bei 81 Sitzungen in der ersten Hälfte der vorangegangenen Legislaturperiode entspricht. Der PSOE sieht darin kein vereinzeltes Problem, sondern ein systematisches Muster, das die Legitimität des Regionalparlaments schwächt.
Besonders oft fehlten der Minister für öffentliche Arbeiten, Wohnungsbau und Mobilität mit 18 Abwesenheiten sowie die Ressortchefs für Tourismus und Beschäftigung sowie Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei und Ernährungssouveränität mit jeweils 15. Auch die Verantwortlichen für Bildung, Universitäten und Soziales verzeichneten jeweils 14 Fehlzeiten.
PSOE kritisiert Regierung Clavijo für mangelnde Transparenz
Franquis erklärte: „Diese Zahlen zeigen mehr als ein reines Anwesenheitsproblem. Sie belegen eine besorgniserregende Geringschätzung des demokratischen Diskurses und letztlich der Bürger, die diese Regierung zu vertreten vorgibt.“
Die Sozialisten werfen der Regierung Clavijo vor, ihrer Pflicht zur Teilnahme an Debatten, Fragestunden und Anhörungen nicht nachzukommen. Nach Ansicht von Franquis „zieht es die Regierung vor, der demokratischen Debatte fernzubleiben, statt sich der Realität ihrer Arbeit zu stellen“.
Sozialisten fordern Kurswechsel von Clavijo
Der PSOE betont, dass dieses Verhalten die Rolle des Parlaments als Kontroll-, Beratungs- und Rechenschaftsorgan schwäche und eine bedenkliche Normalisierung mangelnder Transparenz im institutionellen Alltag fördere.
Franquis forderte Präsident Clavijo auf, die Haltung seiner Regierung zu überdenken und eine aktive Präsenz bei den Plenarsitzungen des Parlaments der Kanarischen Inseln sicherzustellen. „Wir dürfen fehlende Transparenz und die Missachtung demokratischer Kontrolle nicht zur Normalität werden lassen“, sagte Franquis. „Verliert das Parlament seine Kontrollfunktion, verliert es auch seine demokratische Legitimität.“

